Einleitungssatz der Bewerbung: Aller Anfang ist gar nicht so schwer

Von Christina Holl 19. August 2019

Der erste Satz der Bewerbung ist für viele der schwerste. Soll doch gerade die Einleitung in die Bewerbung den Personaler neugierig machen und zum Weiterlesen animieren. Seien Sie guten Mutes: Ein gelungener Einleitungssatz ist alles andere als Zauberei. Hier finden Sie wertvolle Tipps, damit der Einstiegssatz Ihrer Bewerbung zu Ihrem Einstieg ins Unternehmen führt. 

In diesem Artikel lesen Sie:

Einleitungssatz der Bewerbung: Wie fange ich bloß an? 

Sie haben die Ausschreibung für Ihren Traumjob gefunden. Also nichts wie ran an den Computer und die Bewerbung schreiben. Doch dann sitzen Sie da, der Cursor blinkt … und blinkt … und blinkt.

Und Sie fragen sich womöglich, warum man eine Bewerbung nicht einfach ohne Anschreiben versenden kann. Und das nicht ganz zu Unrecht. Doch es hilft alles nichts, noch muss ein Anschreiben her.

Aller Anfang ist bekanntlich schwer. Und der erste Satz im Anschreiben einer Bewerbung erst recht. Doch ein guter Anfang ist auch die halbe Miete, heißt es – und eine guter Einstieg macht den Personaler neugierig auf den Rest der Bewerbung.

Also nicht verzagen. Wenn Sie wissen, was einen guten Einleitungssatz für Bewerbungen ausmacht, ist es kein Hexenwerk mehr, den ersten Satz zu Papier zu bringen.

Erster Satz der Bewerbung: Schalten Sie die Phrasendreschmaschine ab!

Wer einen gelungenen Einleitungssatz für die Bewerbung verfassen möchte, sollte sich zunächst vor Augen führen, was es zu vermeiden gilt. Nehmen Sie unbedingt Abstand von floskelhaften Standardformulierungen wie:

  • „Hiermit bewerbe ich mich …“
  • „Mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige gelesen …“
  • „Mit großer Freude habe ich gehört, dass Sie …“

All diese typischen Einleitungssätze entlocken einem Personaler, der in seinem Leben schon Hunderte von Anschreiben gesichtet hat, höchstens ein Gähnen. Schalten Sie daher die Phrasendreschmaschine in Ihrem Kopf unbedingt ab!

Verzichten Sie in der Einleitung Ihrer Bewerbung auch auf den Hinweis, wo und wann Sie die Stellenanzeige gelesen haben und auf welchen Job Sie sich bewerben. Das gehört in die Betreffzeile.

In diesen Fällen liest der Personaler weiter

Der erste Satz der Bewerbung entspricht dem ersten Eindruck, den der Kandidat macht. Statt auf Floskeln zurückzugreifen, sollten Sie in der Einleitung Ihrer Bewerbung lieber:

  • Aufmerksamkeit erregen,
  • überraschen,
  • positive Emotionen erzeugen,
  • persönlich sein,
  • und Zielstrebigkeit und Leidenschaft ausstrahlen.

Wie lässt sich das bewerkstelligen? Es ist gar nicht so schwer. Gehen Sie in sich und denken Sie nach:

  1. Warum möchten Sie den Job?
  2. Was führt Sie zu genau diesem Unternehmen?
  3. Weshalb sind Sie die oder der Richtige für diese Stelle?

Erst wenn Sie diese Fragen für sich geklärt haben, geht es ans Formulieren. Nun gilt: Verfassen Sie die Einleitung für Ihre Bewerbung kurz und knackig. Sie sollte sich über wenige Zeilen erstrecken und nicht länger als drei Sätze sein.

So kann eine gelungene Bewerbungs-Einleitung aussehen 

Benutzen Sie Hauptsätze, aussagekräftige Verben und eine aktive Sprache. Dazu vielleicht auch ungewöhnliche Wörter, Anekdoten oder Formulierungen, die Aufmerksamkeit erregen. 

Heben Sie sich von der Konkurrenz ab, indem Sie schreiben, warum gerade Sie für die Stelle wie gemacht sind – und entlocken Sie dem Personaler ruhig ein Schmunzeln. Etwa durch kleine Wortspiele wie in diesem Beispiel:

Sehr geehrter Herr Schmidt,
seit fünf Jahren arbeite ich erfolgreich und mit Begeisterung als Programmierer für die Firma Programmex. Neben allerlei Software möchte ich unbedingt auch mein berufliches Profil weiterentwickeln. Daher bewerbe ich mich auf die von Ihnen ausgeschriebene Stelle als Systemadministrator. 

Falls Sie bereits mit dem Unternehmen in Kontakt waren, können Sie dies ebenfalls gut für die Einleitung Ihrer Bewerbung nutzen. Zum Beispiel so:

Sehr geehrte Frau Meier,
herzlichen Dank für das freundliche und offene Telefonat am 6. Juli. Unser Gespräch hat mich darin bestärkt, dass Ihr Unternehmen und ich optimal zusammenpassen und ich sehr gern für Sie arbeiten würde. Wie vereinbart übersende ich Ihnen daher meine Bewerbungsunterlagen.

Beispiele im Netz bitte nur als Inspiration

Achtung: Beispiele für gute Einleitungssätze in der Bewerbung gibt es viele im Netz. Allerdings sind einige ursprünglich einfallsreiche erste Sätze mittlerweile so weit verbreitet, dass sie für Personaler schon wieder langweilig zu lesen sind. Etwa Bewerbungseinleitungen nach dem Motto „Sie suchen eine XY? Sie haben sie gefunden!“ 

Deshalb sei an dieser Stelle betont, wie wichtig es ist, die Einleitung individuell zu gestalten. Lassen Sie sich von Beispielen höchstens inspirieren und übernehmen Sie sie niemals wörtlich. Für Ihre Kreativität hier die wohl originellsten Einleitungssätze einer Bewerbung, die im Netz kursiert:

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich an Ihrer Stelle wäre echt voll genervt, wenn ich täglich unzählige Bewerbungen lesen müsste, die alle mit „Hiermit bewerbe ich mich …“ anfangen. Ich frage mich sowieso, wer sich bei der heutigen Lage auf dem Ausbildungsmarkt noch eine ernsthafte Bewerbung erlauben kann, denn 50 Bewerbungen und 50 Absagen sind nicht wirklich das Gelbe vom Ei. Meine Mama sagt immer: „Kind, geh schaffe und bring Kohle bei!“ Aber Sie wissen ja bestimmt, wie Mamas so sind, Sie haben sicher auch eine. Na ja, man muss sie verstehen, Mama will schließlich nur das Beste für mich.

Ob diese Bewerbung jemals abgeschickt wurde, ist bis heute nicht sicher. Klar aber ist eines: Wer diese Einleitung liest, möchte den Urheber garantiert kennenlernen.

Ganz so verrückt brauchen Sie aber nicht zu sein. Es reicht, wenn Sie einige unserer Tipps beherzigen. Dann wird der Einstieg in Ihre Bewerbung hoffentlich auch Ihr Einstieg in Ihr Wunschunternehmen.

 

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Bildquelle: © Alejandro Escamilla/ Unsplash.com

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