Gut gelaufen? Diese Anzeichen sprechen für ein positives Vorstellungsgespräch

Von Christina Holl 5. April 2019

Nach dem Bewerbungsgespräch auf Rückmeldung zu warten, kann einen wahnsinnig machen. Dabei brauchen Sie nicht zu orakeln, um zu erfahren, welchen Eindruck Sie beim Personaler hinterlassen haben. Erste Anzeichen dafür, dass das Vorstellungsgespräch positiv gelaufen ist, gibt es meist schon vor Ende des Interviews. 

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Sie haben gerade ein Bewerbungsgespräch bei Ihrem Wunscharbeitgeber hinter sich. Gängige Karriere-Tipps fürs Vorstellungsgespräch haben Sie beherzigt, Schwächen erfolgreich in Stärken umgewandelt und das Interview war ein Erfolg – denken Sie zumindest direkt im Anschluss.

Doch dann warten Sie auf Feedback. Und warten. Und je länger Sie nichts von dem Unternehmen hören, desto größer werden die Zweifel, ob Sie sich tatsächlich optimal präsentiert haben.

Rufen Sie sich die Interview-Situation noch einmal ins Gedächtnis: Wer auf die folgenden Anzeichen achtet, kann besser einschätzen, ob das Vorstellungsgespräch positiv oder negativ zu bewerten ist.

Das Gespräch dauert länger als geplant

Vorstellungsgespräche folgen einem vorbestimmten zeitlichen Ablauf. Normalerweise haben die Personalverantwortlichen Anschlusstermine und müssen sich deshalb relativ strikt an den Zeitplan halten.

Gute Vorstellungsgespräche erkennen sie deshalb recht zuverlässig daran, dass Ihr Gegenüber die Zeitplanung über den Haufen wirft. Diesen Stress würde er sich sicherlich nicht antun, wäre er nicht an Ihnen interessiert.

Auch wenn die Gesprächspartner Ihre Fragen ausführlich beantworten und sich viele Notizen machen, sind dies untrügliche Anzeichen dafür, dass Ihr Vorstellungsgespräch positiv läuft.

Sie sind mit dem Gesprächspartner auf einer Wellenlänge

Wenn Sie sich mit jemandem gut verstehen, merken Sie das an vielen Kleinigkeiten: Das Gespräch verläuft ungezwungen, Sie sind in vielen Punkten derselben Meinung. Vielleicht machen Sie sogar den ein oder anderen Scherz. 

Das ist nicht nur ein Anzeichen dafür, dass Sie dem Interviewer sympathisch sind, sondern auch dafür, dass die Unternehmenskultur zu Ihnen passt.

Natürlich zählen fachliche Kompetenzen bei der Einstellung neuer Mitarbeiter zu den wichtigsten Kriterien. Das Bewerbungsgespräch dient aber auch dazu, herauszufinden, ob Ihre Persönlichkeit zum Rest des Teams passt und Sie sich in der Firma wohlfühlen werden. Schließlich möchte der Personaler, dass Sie dem Unternehmen möglichst lange erhalten bleiben.  

Fragen, die starkes Interesse signalisieren

Werden Ihnen folgende – oder ähnliche – Fragen gestellt, dürfen Sie zu Recht annehmen, dass Ihr Vorstellungsgespräch gut gelaufen ist:

  • Warum bewerben Sie sich um die Stelle?
    Mit dieser Frage möchte der Personaler Ihr Interesse ausloten.
  • Wie sind Ihre Gehaltsvorstellungen?
  • Würden Sie bitte noch ein weiteres Mal zum Gespräch vorbeikommen?
  • Welche Referenzen können Sie uns zur Verfügung stellen?
    Tipp fürs Vorstellungsgespräch: Bereiten Sie vor dem Termin Empfehlungsgeber vor, sodass Sie deren Kontaktdaten direkt weitergeben können.
  • Haben Sie sich auch auf andere Stellen beworben?
  • Liegen Ihnen weitere Jobangebote vor?
    Stellt der Personaler diese Frage, will er herausfinden, wie schnell er handeln muss, um Sie nicht zu verlieren.

Achten Sie auf die Körpersprache

Jeder Mensch kommuniziert auch non-verbal. Deshalb ist es für Sie hilfreich, im Vorstellungsgespräch auf die Körpersprache des Gegenübers zu achten.

Lächelt er oft? Lehnt er sich nach vorn, wenn Sie etwas erzählen und hält Augenkontakt? All das sind Hinweise darauf, dass Sie eine gute Figur machen. Auch ein freundlicher, fester Händedruck kann ein gutes Zeichen sein.

Ihnen werden weitere Kollegen vorgestellt

Ein untrügliches Anzeichen dafür, dass Sie realistische Jobchancen haben: Ihr Gesprächspartner stellt Ihnen Kollegen vor, die für das Gespräch eigentlich nicht eingeplant waren. Zu diesem Zeitpunkt werden Sie als möglicher Mitarbeiter in Betracht gezogen.

Natürlich sollten Sie auch ihnen gegenüber einen guten Eindruck machen. Grüßen Sie freundlich und stellen Sie vielleicht auch Fragen zum Team oder zur Zusammenarbeit.

Nutzen Sie die Gelegenheit, um ein genaueres Bild von der Unternehmenskultur zu bekommen. Könnten Sie sich vorstellen, mit diesen Personen täglich zusammenzuarbeiten?

Sie werden aufgefordert, bei Fragen anzurufen

Überreicht man Ihnen eine Visitenkarte, könnte das ein gutes Zeichen sein – muss es aber nicht zwingend. In manchen Unternehmen gehört es nämlich zum Standard. Werden Karten schon zu Beginn verteilt, haben Sie in der Regel keine weitere Aussagekraft.

Achten Sie darauf, was der Interviewer sagt, wenn er Ihnen die Karte aushändigt.

Hier ist meine Durchwahl. Zögern Sie nicht, mich bei Fragen anzurufen oder mir zu mailen“, klingt so, als wären Sie schon fast auf dem Weg zu einer Zusage nach dem Bewerbungsgespräch.

Dieses Angebot sollten Sie unbedingt nutzen. Warten Sie ein bis zwei Tage und schreiben Sie dann eine sorgfältig formulierte E-Mail mit sinnvollen Fragen.

Auch Aussagen wie: „Lassen Sie es mich bitte wissen, wenn Sie sich anderswo vorstellen“ oder „Wir melden uns innerhalb der nächsten Woche bei Ihnen” sind ein gutes Zeichen.

Dürfen Sie nachhaken?

Das Bewerbungsgespräch ist gut gelaufen, finden Sie – und möchten nichts lieber als bei dem Unternehmen anfangen? Können Sie noch etwas tun? Vielleicht anrufen?

Die meisten Personalentscheider haben Verständnis dafür, wenn Sie sich nach dem Stand Ihrer Bewerbung erkundigen. Allerdings sollten Sie dies nicht schon nach wenigen Tagen tun. Die meisten Verantwortlichen empfehlen eine Frist von sechs bis zehn Tagen.

Bereits einen Tag nach dem Gespräch können Sie dem Personaler hingegen eine kurze Dankeschön-Mail schicken. Bedanken Sie sich darin noch einmal für das freundliche Gespräch und betonen Sie, dass Sie sich freuen würden, in dem Unternehmen anzufangen.

 

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