Nur keine Panik! 12 Tipps für die Stellensuche in schwierigen Zeiten

Von Christina Holl on 9. Juni 2020

Ausgerechnet in wirtschaftlich schwierigen Zeiten einen neuen Job finden zu müssen, kann eine besondere Belastung sein. Doch es ist kein Ding der Unmöglichkeit. Auch wenn Sie aktuell vielleicht nicht so viele passende Stellenangebote finden, können Sie trotzdem einiges tun, um Ihre Arbeitssuche voranzutreiben. Wir haben einige Tipps, wie Sie jetzt durchstarten.

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Die Suche nach einer neuen Arbeitsstelle ist in den wenigsten Fällen das reinste Zuckerschlecken. Doch wer gerade jetzt – inmitten der Krise – einen neuen Job finden muss, den trifft es besonders hart. Schließlich hat das Coronavirus auch die Arbeitswelt komplett auf den Kopf gestellt und die Wirtschaft teilweise schwer getroffen. Werden in diesen unsicheren Zeiten tatsächlich neue Stellen besetzt? Wird meine Bewerbung überhaupt bearbeitet, wenn die Personalabteilung im Home-Office ist? Angesichts solcher Fragen ist die Verunsicherung, bei denjenigen, die jetzt auf Jobsuche sind, oft groß.

Besondere Chancen in der Krise

Hinzu kommt womöglich noch der Schock, aus heiterem Himmel den Job verloren zu haben. Doch auch wenn es nur ein schwacher Trost ist: Gerade in Krisenzeiten ist ein Jobverlust kein Makel. Machen Sie sich bewusst, dass nicht mangelnde Qualifikationen oder Fähigkeiten dahinter stehen, sondern wirtschaftliche Gründe. Sie sind nicht allein damit: Vielen anderen ist es genauso ergangen.

Die Kehrseite dieser tröstlichen Erkenntnis ist allerdings, dass auch Ihre Schicksalsgenossen derzeit auf Jobsuche sind und sich womöglich auf dieselben Stellen bewerben. Dafür fällt aber Konkurrenz von anderer Seite weg: In wirtschaftlich schwierigen Zeiten bleiben viele eigentlich wechselwillige Arbeitnehmer aus Sicherheitsgründen lieber erst einmal in ihrem sicheren Job beim aktuellen Arbeitgeber. Sie legen den Jobwechsel auf Eis, bis die Krise überstanden ist. Deshalb haben manche Unternehmen derzeit sogar besonders große Probleme, qualifizierte Bewerber zu finden.

Kopf nicht in den Sand stecken

Natürlich warten viele Firmen derzeit erst einmal ab, wie sich die wirtschaftliche Lage entwickelt. Doch längst nicht alle Unternehmen sind von der Krise gebeutelt. Manche profitieren sogar davon und benötigen deshalb zusätzliche Mitarbeiter. Natürlich laufen Bewerbungsprozesse derzeit anders abnämlich weitgehend kontaktlos. Und es ist denkbar, dass Unternehmen auch nach überstandener Covid-19-Pandemie beim Recruiting weiterhin auf die jetzt genutzten digitalen Möglichkeiten setzen werden.

Für Sie bedeutet das: Kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken! Treiben Sie Ihre Jobsuche voran, erstellen Sie Unterlagen, die aus der Masse der Bewerbungen herausstechen und machen Sie sich mit den neuen Methoden bei Bewerbungsprozessen vertraut.

12 Tipps für die Jobsuche in schwierigen Zeiten

Selbst wenn Sie aktuell keine offenen Stellen finden, die zu Ihrem Profil passen, können Sie dennoch einiges tun, um schneller einen Job zu finden. Unsere Tipps, wie Sie Ihre Chancen am Arbeitsmarkt auch in schwierigen Zeiten erhöhen:

  1. SMARTe Ziele setzen: Die Zwangspause ist eine gute Zeit, um die eigenen Karriereziele zu überdenken. Wie soll Ihre berufliche Zukunft aussehen? Was ist Ihnen wichtig im Job? Mit klaren Vorstellungen lassen sich Ziele erwiesenermaßen besser erreichen. Die SMART-Methode hilft Ihnen dabei: Formulieren Sie Zielvorstellungen, die möglichst spezifisch, messbar, attraktiv oder zumindest akzeptabel, realistisch und terminierbar sind. Positiver Nebeneffekt: Sie bleiben bei der Jobsuche fokussiert, auch wenn es keine konkreten Angebote gibt.
  2. Bewerbungsunterlagen auf Vordermann bringen: Nutzen Sie die Zeit, um Ihren Lebenslauf zu aktualisieren. Spiegelt der CV wirklich all Ihre Fähigkeiten und Erfahrungen wider? Ihr Anschreiben sollten Sie bei jeder Bewerbung explizit auf die jeweilige Stelle ausrichten. Aber wenn Sie jetzt schon einmal eine Formatvorlage im Layout Ihres Lebenslaufs gestalten, sparen Sie bei der eigentlichen Bewerbung Zeit.
  3. Fokus auf Soft Skills: Soft Skills sind bei Stellenbesetzungen oft das Zünglein an der Waage. Machen Sie sich Ihrer sozialen Kompetenzen bewusst und arbeiten Sie an möglichen Defiziten.
  4. Xing- und LinkedIn-Profil aktualisieren: Ihre Profile in Karrierenetzwerken sollten grundsätzlich keine Widersprüche zum Lebenslauf enthalten und immer aktuell sein, wenn Sie auf der Suche nach einer neuen Stelle sind. Das gilt in diesen Zeiten mehr denn je.
  5. Netzwerke nutzen: Sobald ihr Profil auf dem aktuellen Stand ist, nutzen Sie die Möglichkeiten, die Ihnen Social Media bietet. Lassen Sie Ihre Kontakte wissen, dass Sie verfügbar sind. Werden Sie selbst aktiv und vernetzen Sie sich mit Menschen und Unternehmen, wie etwa Personaldienstleister, die Sie bei der Jobsuche voranbringen können. Machen Sie mit fachlichen Beiträgen auf sich aufmerksam.
  6. Zeit für Weiterbildung nutzen: Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt, um sich neue Fähigkeiten anzueignen! Das muss noch nicht einmal teuer sein. Robert Half bietet Ihnen kostenlos über 8.000 E-Learning-Kurse von SAP über Management-Strategien bis Kommunikation an. Angenehmer Nebeneffekt: Die gefürchtete Lücke im Lebenslauf lässt sich damit perfekt füllen.
  7. Offen für neue Beschäftigungsmodelle sein: Auch wenn Sie ein sicherheitsorientierter Typ sind, der sich eine unbefristete Stelle wünscht: Ziehen Sie auch befristete Verträge und Jobs in Zeitarbeit in Erwägung. Nicht selten entwickelt sich auch daraus eine unbefristete Festanstellung.
  8. Jobportale aktiv nutzen: Durchforsten Sie die üblichen Online-Stellenbörsen nicht nur nach geeigneten Jobs. Legen Sie auch selbst ein Profil an und laden Sie Ihren Lebenslauf hoch. So können Sie von Recruitern gefunden werden.

    Lebenslauf senden

  9. Zeit für gründliche Unternehmensrecherche nutzen: Überlegen Sie, welche Unternehmen interessante Arbeitgeber für Sie sein könnten. Blicken Sie dabei ruhig über Ihren bisherigen beruflichen Tellerrand hinaus. Das gilt insbesondere, wenn Sie bislang in einem stark krisengebeutelten Bereich, beispielsweise der Tourismusbranche, tätig waren. In welchen anderen Branchen könnten Sie mit Ihren Qualifikationen gefragt sein? Wer sind die großen Player in diesem Bereich? Welche Unternehmen profitieren von der Krise und benötigen mehr Personal?
  10. Video-Interviews üben: Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis wir zum normalen Büroalltag zurückkehren. Und selbst dann ist es gut möglich, dass Vorstellungsgespräche weiterhin per Video-Call stattfinden. Es schadet also nicht, wenn Sie souveränes Auftreten in Video-Interviews jetzt schon üben.
  11. Richtig aufs Vorstellungsgespräch vorbereiten: Egal ob per Video-Call oder klassischer Vor-Ort-Termin – im Vorstellungsgespräch müssen Sie mit Inhalten punkten. Bereiten Sie sich auf die typischen Fragen vor und entwickeln Sie überzeugende Antworten.
  12. Gute Fragen parat haben: Am Ende eines Vorstellungsgesprächs keine Rückfragen zu haben, ist ein echter Fauxpas. Die falschen Fragen zu stellen allerdings ein noch größerer Fehler. Bereiten Sie deshalb ein paar gute Rückfragen an Ihre zukünftigen Gesprächspartner vor.

Sie sind auf der Suche nach einem neuen Job? Dann schauen Sie doch einmal in unsere Jobsuche:

Bildquelle: © christinhumephoto - unsplash.com

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