Sie sind einzigartig! So zeigen Sie es in Ihrem Lebenslauf

Von Christina Holl on 8. April 2020

Sie haben das ideale Stellenangebot gefunden? Dann sollten Sie jetzt einen richtig guten Lebenslauf schreiben. Perfekt soll er sein, aus der Masse der Bewerbungen herausstechen und den Personaler direkt neugierig machen auf Sie und Ihre Fähigkeiten. Doch wie gelingt das am besten? Lesen Sie hier einige Tipps, wie Sie Ihren individuellen Lebenslauf so gestalten, dass er richtig gut ankommt und Ihre Persönlichkeit unterstreicht:

Aha-Moment am Anfang macht neugierig

In Ihrem Lebenslauf geht es allein um Sie! Kein Grund also, sich dezent im Hintergrund zu halten. Der Empfänger will wissen, wer Sie sind. Und zwar so schnell wie möglich. Machen Sie es ihm leicht, und servieren Sie ihm die Antwort quasi auf dem Silbertablett: Mit einem kurzen “Über mich”-Abschnitt an prominenter Stelle in dem Dokument.

Zum Beispiel als knackige Zusammenfassung, in der Sie in höchstens drei Sätzen beschreiben,

  1. … wer Sie sind,
  2. … wohin Sie wollen und 
  3. … welche Qualifikation Sie mitbringen.

Mit einem solchen klaren Statement am Anfang des Lebenslaufs sorgen Sie gleich für einen Aha-Moment.

Oder Sie stellen Ihre wichtigsten Kenntnisse als grafisch aufbereitetes Kompetenzprofil im Lebenslauf dar: Listen Sie besondere Fähigkeiten in einer separaten Box auf und visualisieren Sie eventuell Ihren Kenntnisstand mithilfe von Sternen oder Balken.

Beim Lebenslauf gehören die wichtigsten Infos ganz nach oben. Starten Sie also mit Ihrem Namen, Ihren Kontaktdaten und weiteren Angaben zu Ihrer Person. Und nicht vergessen: Ihre aktuelle Tätigkeit mit Personalverantwortung ist interessanter als Ihr erstes Praktikum vor zehn Jahren.

Der Personaler muss auf den ersten Blick sehen, was Sie für den Job qualifiziert. Ordnen Sie Ihre Berufserfahrung deshalb in umgekehrt chronologischer Reihenfolge an.

Besondere Kenntnisse und Interessen machen den Lebenslauf spannend – vor allem digitale 

Digitale Kompetenz wird mittlerweile in sehr vielen Jobs verlangt – auch außerhalb des IT-Bereichs.

Sie nutzen berufliche Online-Netzwerke wie XING und LinkedIn intensiv, beteiligen sich dort an fachlichen Diskussionen und moderieren sogar eine Gruppe?
Oder Sie haben eine eigene Website, auf der Sie zeigen, was Sie können oder wer sie sind?

Dann fügen Sie unbedingt die entsprechenden Links in Ihren Lebenslauf ein. 

Sie spielen Theater, unterrichten Taekwondo im Sportverein oder geben Computerkurse für Senioren?

Verraten Sie das ruhig – vorausgesetzt, Ihr Hobby und Engagement passen zu der ausgeschriebenen Stelle.

Mit Interessen, die nicht jeder hat, unterstreichen sie Ihre Persönlichkeit und wecken Emotionen. Wer weiß, vielleicht haben Sie ja etwas mit dem Personalmanager gemeinsam? Damit wäre das erste Gesprächsthema so gut wie sicher.

Bloß nicht langweilen: In der Kürze liegt die Würze 

Weniger ist mehr! Das gilt nicht für Ihre Fähigkeiten, aber für die Länge Ihres Lebenslaufs. Gestalten Sie ihn so, dass er auf maximal zwei Seiten passt – und trotzdem übersichtlich und gut lesbar ist. Einfach die Schriftgröße auf ein Minimum zu reduzieren, ist also keine Lösung. 

Machen Sie sich bewusst: Personalmanager haben oft hunderte Bewerbungen auf dem Tisch und nicht viel Zeit. Die Devise lautet daher: Je kürzer, desto besser. Das bedeutet auch, dass Sie manche Dinge einfach weglassen. Und die wichtigen Informationen auf den Punkt bringen, statt sie in epischer Breite darzulegen.

Diese einfachen Faustregeln helfen dabei:

  • Passen Sie Ihren CV an die Ausschreibung an. Greifen Sie wichtige Schlagworte aus der Stellenbeschreibung auf. Natürlich nur, wenn das der Wahrheit entspricht und Sie tatsächlich Erfahrung darin haben.
  • Erklären Sie bei jeder aufgeführten Arbeitsstelle in höchstens sechs Punkten Ihre wichtigsten Aufgaben. Stichpunkte reichen.
  • Sofern dadurch keine zeitlichen Lücken im Lebenslauf entstehen – lassen Sie Tätigkeiten weg, die für die Stelle unwichtig sind. Der Job als Pizzalieferant im Studium interessiert zum Beispiel nicht.
  • Stellen Sie Ihre besonderen Fähigkeiten im Lebenslauf heraus – aber eben auch nur besondere. 

Hier lesen Sie mehr darüber, auf welche Inhalte Sie in Ihrem Lebenslauf besser verzichten sollten.

Statt leerer Worte: Lassen Sie Zahlen für sich sprechen

Untermauern Sie Ihre Erfolge mit Zahlen. Sie haben Personalverantwortung? Dann schreiben Sie, für wie viele Mitarbeiter. Sie haben die Verkäufe gesteigert? Dann geben Sie an, um wie viel Prozent und in welcher Zeit.

Konkrete Zahlen peppen Ihren Lebenslauf auf, lenken die Aufmerksamkeit auf Ihre Erfolge und machen ihn glaubwürdiger. Von großen Taten sprechen kann schließlich jeder – aber Zahlen sind belastbare Belege.

Behalten Sie dabei aber trotzdem im Hinterkopf, dass der Inhalt Ihres Lebenslaufs verständlich und schnell erfassbar sein muss. Zu viel Zahlenwerk kann deshalb kontraproduktiv werden.

Lügen haben kurze Beine – auch in Bewerbungsunterlagen

Eine Note besser machen, eine Lücke schließen, ein attraktives Hobby erfinden oder eine Vertretung zum Stellvertreterposten aufbauschen: Nicht selten “pimpen” Bewerber ihren Lebenslauf. Geschulte Personaler entlarven solche Schummeleien allerdings sehr zielsicher – das kann richtig peinlich werden.

Und selbst wenn es mit dem Job trotzdem klappt: Noch Jahre nach der Probezeit kann eine falsche Angabe im Lebenslauf zur fristlosen Kündigung führen. Mittlerweile haben sich sogar Dienstleister auf Bewerbungsbetrug spezialisiert. Bleiben Sie also unbedingt bei der Wahrheit.

Erklären Sie eine Lücke als berufliche Neuorientierung und heben Sie Ihre Erfolge und Fähigkeiten hervor. So überzeugen Sie jeden Personaler mit Ihrer Bewerbung und starten zu Ihrem neuen Karriereziel.

Lebenslauf optisch pimpen – aber mit Augenmaß

Auffallen ist besser als durchfallen. Machen Sie sich zur Marke! Benutzen Sie eine bestimmte Schrift und ein Farbschema in all Ihren Dokumenten und Websites. Übertreiben Sie es aber nicht. Bleiben Sie bei einer Schriftart und nicht mehr als zwei Farben. 

Was die beste Schriftart für einen modernen Lebenslauf ist, hängt auch von der Branche ab: Je konservativer, desto weniger experimentierfreudig sollten Sie sein. Grundsätzlich liegen Sie mit Standardschriften wie Calibri, Arial oder Helvetica nie falsch, stechen aber auch nicht hervor. Mit verschnörkelten Buchstaben und Schriftarten, die Handschriften nachempfunden sind, schon – allerdings nicht positiv.

Denken Sie daran, dass Personaler oft wenig Zeit für das Sichten von Bewerbungen haben und sie im ersten Schritt nur überfliegen. Ein klares, übersichtliches Schriftbild kommt ihnen dabei entgegen.

Auch kleine Icons und Grafiken können den Lebenslauf optisch auflockern. Aber hier gilt ebenfalls: Weniger ist mehr. Letzten Endes sind es nämlich die Inhalte, die zählen. Und machen Sie sich nichts vor: Höchstwahrscheinlich sind Sie nicht der Einzige, der auf die Idee mit dem Doktorhut-Icon in der Überschrift zum Abschnitt “Ausbildung” gekommen ist. Schließlich gibt es Hunderte solcher Vorlagen im Netz.

Mehr auffallen werden Sie womöglich, wenn Sie das Layout des Lebenslaufs an das Corporate Design des Unternehmens anpassen, bei dem Sie sich bewerben. Das sorgt für einen Wiedererkennungswert und Sie „brennen“ sich regelrecht ins Gedächtnis des Personalers ein. Aber achten Sie unbedingt darauf, dass Ihr Design nicht lächerlich oder gar anbiedernd, sondern professionell wirkt.

Grafiken als Lebenslauf: Hingucker für Personaler?

Infografiken verbildlichen eher trockene Informationen und sind so schneller und einfacher zu erfassen. Es ist also naheliegend, dieses Konzept auch für kreative Lebensläufe zu nutzen. Einen Lebenslauf als Infografik zu erstellen, lag vor einigen Jahr schwer im Trend. Es gibt sogar spezielle Online-Dienste wie ResumUP dafür.

Inzwischen ist der Hype wieder ein wenig abgeebbt. Denn eine solche Grafik ist zwar nett, kann aber kaum alle Infos wiedergeben, die in einem Lebenslauf enthalten sind. Und Personaler können sie nicht so zielgerichtet nach bestimmten Infos scannen, wie sie es von klassisch strukturierten Lebensläufen gewohnt sind.

Das heißt keineswegs, dass der grafische Lebenslauf grundsätzlich eine schlechte Idee ist. Aber sofern Sie sich nicht um einen Job im kreativen Bereich bewerben, sollten Sie eine CV-Grafik lieber nur als zusätzliches Goodie zum klassischen Lebenslauf anbieten

Ein weiteres Bonbon für den Personaler ist ein digitales Karriere-Profil auf einer Plattform wie about.me. Dort präsentieren Sie in modernem Layout mit Foto und einer Kurzbiografie die wichtigsten Informationen zu Ihrer Person und bündeln all Ihre Social-Media- und Webauftritte. Der Vorteil: Der Personaler kann sich einfach durch alle Infos klicken. Den Lebenslauf ersetzt das allerdings nicht. 

Sicher ist sicher: Unbedingt Korrektur lesen lassen 

Mindestens so wichtig wie Originalität ist ein guter Stil. Denken Sie daran: Ein No-Go in der Bewerbung sind Rechtschreibfehler. Nutzen Sie die Rechtschreibprüfung von Word. Vier Augen sehen immer mehr als zwei: Bitten Sie außerdem einen Freund, Ihren fertigen Lebenslauf gegenzulesen.

Ein durchweg gelungenes Curriculum Vitae lässt sich nicht auf die Schnelle schreiben. Planen Sie dafür etwas Zeit ein. Lassen Sie den ersten Entwurf am besten ein paar Tage liegen. Schauen Sie dann mit frischem Blick erneut darauf.

Müssen alle Informationen tatsächlich rein?
Sind die kleinen Grafiken neben den Überschriften wirklich kreativ oder doch eher albern?

Versuchen Sie, den Lebenslauf aus der Sicht des Personalers zu lesen. So finden Sie schnell heraus, was Sie noch verbessern können.

 

Sie haben wenig Zeit, aufwändige Bewerbungen zu erstellen? Dann laden Sie einfach und formlos Ihren Lebenslauf hoch. Wir kümmern uns um den Rest!

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Bildquelle: © Rupert Britton - Unsplash.com

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