Wegen Bewerbung nachfragen: So machen Sie es richtig

Von Christina Holl 5. Dezember 2018

Ihr Bewerbungsschreiben ist verschickt, die Spannung steigt. In den ersten Tagen sind Sie noch voller Vorfreude. Doch die Zeit vergeht – ohne, dass sich das Unternehmen bei Ihnen zurückmeldet. Langsam werden Sie ungeduldig. Es juckt Ihnen in den Fingern, dort anzurufen und nachzuhaken, wie Ihre Chancen stehen. Wir verraten Ihnen, wie lange Sie damit warten sollten. Und geben Ihnen Tipps, wie Sie nach einer Bewerbung souverän nachfragen.

Hier lesen Sie:

Nachfragen nach Bewerbung: Der richtige Zeitpunkt

Sie haben Ihre Bewerbungsunterlagen gekonnt zusammengestellt. Nun ist, seit Sie Ihr Bewerbungsschreiben für Ihren Traumjob abgeschickt haben, knapp eine Woche vergangen. Eine Rückmeldung haben Sie bisher nicht erhalten.

Sie werden unruhig und kommen ins Grübeln: Entweder lässt sich das Unternehmen viel Zeit beim Sichten der Unterlagen oder Ihre Bewerbung ist schlimmstenfalls auf dem Absagestapel gelandet. Da Sie die Stelle unbedingt wollen, würden Sie am liebsten sofort dort anrufen und nachhaken.

Doch wann ist der richtige Zeitpunkt, um wegen der Bewerbung nachzufragen? Überzeugen Sie Ihr Wunschunternehmen eher, indem Sie zügig Einsatz zeigen oder routiniert abwarten? Viele Bewerber sind sich bei dieser Frage unschlüssig. Schließlich wollen Sie nicht aufdringlich wirken, indem sie sich zu früh melden.

In unserer Arbeitsmarktstudie haben wir diese Frage deshalb 100 HR-Managern in Österreich gestellt und zeigen Ihnen hier die wichtigsten Ergebnisse.

So lange sollten Sie warten, bis Sie nach der Bewerbung nachfragen

Um grundsätzlich mit der Frage aufzuräumen, ob Sie als Bewerber überhaupt nachhaken sollten: 98 % der HR-Manager finden es absolut in Ordnung, wenn Sie nach Versenden der Bewerbung nachfragen.

Üben Sie sich trotzdem in Geduld: In den Personalabteilungen kämpfen Mitarbeiter heutzutage mit einer Flut von Bewerbungsschreiben und sichten unzählige Unterlagen. Das kann mehrere Tage, wenn nicht sogar Wochen dauern.

  • Deshalb finden es auch nur 5 % der befragten HR-Manager okay, wenn sich ein Bewerber bereits innerhalb der ersten drei Tage meldet. 
  • Mehr als ein Drittel (39 %) der Personalleiter halten eine Wartezeit von mindestens acht Tagen für angebracht.
  • Ein Drittel der Personalentscheider (33 %) empfehlen, sechs bis sieben Tage zu warten.
     

Frage: Wie lange sollten Bewerber nach dem Einreichen ihrer Bewerbung warten, bevor sie den Personalverantwortlichen/ das Unternehmen kontaktieren?

Befrage 100
1 - 3 Tage 5 %
4 - 5 Tage 20 %
6 - 7 Tage 33 %
8 - 10 Tage 15 %
11 - 14 Tage 16 %
Mehr als 14 Tage 8 %
Bewerber sollten den Personalverantwortlichen/ das Unter-
nehmen überhaupt nicht kontaktieren
2 %
 

Quelle: Arbeitsmarktstudie 2016, Robert Half, Befragte: 100 HR-Manager in Österreich 

Der richtige Zeitpunkt: Es kommt auch auf die Unternehmensgröße an 

In kleinen und mittelständischen Unternehmen sind meist weniger Personen in den Bewerbungsprozess involviert, weshalb die Entscheidungswege bei Einstellungen kürzer ausfallen. Bei diesen sogenannten KMUs können Sie bereits am sechsten oder siebten Tag anrufen, nachdem Sie Ihr Bewerbungsschreiben verschickt haben.

Länger warten sollten Sie bei Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern. Denn dort wandert Ihre Bewerbung oft durch deutlich mehr Hände. In diesem Fall empfiehlt es sich, mindestens 10 Tage verstreichen zu lassen, nachdem Sie das Bewerbungsschreiben versendet haben.

Vor dem Anruf: Bereiten Sie das Gespräch gut vor

Heute ist es soweit, Sie haben schon Ihr Handy in der Hand und möchten nachfragen, wie es um Ihre Bewerbung steht. Bereiten Sie sich gut vor und stellen Sie überlegte Fragen. 

Checkliste: 7 Tipps, wie Sie richtig nachhaken nach der Bewerbung 

  • Tipp 1: Suchen Sie sich einen ruhigen Ort und legen Sie sich die Stellenanzeige sowie die Bewerbungsunterlagen zurecht. Führen Sie das Gespräch nicht zwischen Tür und Angel.
  • Tipp 2: Überlegen Sie, wie Sie Ihre Stärken und Ihr Interesse an dem Job deutlich zum Ausdruck bringen können.
  • Tipp 3: Wenden Sie sich immer an die in der Stellenanzeige genannte Person. Ist keine Telefonnummer angegeben, finden Sie diese einfach über den Empfang, die Website oder auch über soziale Netzwerke wie Xing oder LinkedIn heraus.
  • Tipp 4: Fallen Sie nicht mit der Tür ins Haus. Eine kurze Einleitung erleichtert es der Person am anderen Ende der Leitung, Sie einzuordnen. Sagen Sie ein paar Sätze zu sich und Ihrem Bewerbungsschreiben – und zwar möglichst locker und frei. Geschulte Personaler merken sofort, wenn Sie Ihre Sätze ablesen.
  • Tipp 5: Ein guter Einstieg in das Gespräch gelingt Ihnen, wenn Sie Fragen zur Stelle oder zum weiteren Ablauf der Bewerbungsphase stellen. Halten Sie sich hierbei kurz und schweifen Sie nicht ab.
  • Tipp 6: Bekräftigen Sie im Telefonat Ihr Interesse an der ausgeschriebenen Position. Sprechen Sie dieselbe Sprache wie Ihr Wunscharbeitgeber: Verwenden Sie die Begriffe, die auch in der Stellenanzeige verwendet werden.
  • Tipp 7: Bleiben Sie immer freundlich – auch wenn Ihr Ansprechpartner gerade keine Zeit hat. Fragen Sie nach, wann es besser passt und beziehen Sie sich beim zweiten Anruf auf das erste Telefonat.

Keine Rückmeldung erhalten? So sollten Sie keinesfalls nachfragen!

Ein souveräner Anruf bringt Ihnen Klarheit und kann Ihre Jobchancen erhöhen. Mit der falschen Herangehensweise schießen Sie sich dagegen schnell ins Aus. Nachdem Sie Ihr Bewerbungsschreiben verschickt haben, sollten Sie diese Fehler tunlichst vermeiden:

  • Dem Personaler eine unpersönliche SMS, eine Nachricht via WhatsApp oder über einen der anderen zahlreichen Messenger-Dienste schicken.
  • Den Gesprächspartner über soziale Netze wie Facebook oder Twitter kontaktieren, die in der Regel privat genutzt werden. Berufliche Netzwerke wie Xing und LinkedIn sind dafür besser geeignet. Am besten rufen Sie einfach an.
  • Haben Sie damit keinen Erfolg, senden Sie eine ansprechend formulierte E-Mail an die Geschäftsadresse oder die in der Stellenausschreibung angegebenen Adresse.
  • Auf den Social-Media-Seiten des Unternehmens nachfragen. Wer den Twitter-, Instagram- oder Facebook-Account betreut, hat mit der Personalauswahl sehr wahrscheinlich nichts zu tun. Außerdem könnte Ihr aktueller Arbeitgeber so von Ihren Wechselwünschen Wind bekommen. Das möchten Sie sicherlich vermeiden.

 

Sie sind Controller, IT-Spezialist oder in einem kaufmännischen Beruf tätig und auf Jobsuche? Schauen Sie gleich mal nach passenden Jobs in unserer Stellenbörse:

 

Bildquelle: @ ZoomTeam - Fotolia.com

Das könnte Sie auch interessieren