Bewerbungen: Entscheidung auf den ersten Blick

30. September 2010

Studie: Ausschlaggebend für den Bewerbungserfolg ist es, schnell auf den Punkt zu kommen

Wien, 30. September 2010. Der erste Eindruck zählt – denn ein Großteil der Führungskräfte hat fürs Durchschauen einer Bewerbung nur fünf bis zehn Minuten Zeit. Bereits vermeintliche Kleinigkeiten wie Rechtschreibfehler können bei der Vorauswahl das Aus für einen Kandidaten bedeuten. Dies sind Ergebnisse der Studie Workplace Survey 2010, für die der spezialisierte Personaldienstleister Robert Half über 2.800 Personal- und Finanzmanager in 13 Ländern befragt hat.

Die Messlatte für Bewerbungsunterlagen liegt hoch: Die Mehrheit der deutschen (67 Prozent), Schweizer (59 Prozent) und österreichischen (50 Prozent) Personalverantwortlichen entscheidet in fünf bis zehn Minuten, ob es sich lohnt, eine Bewerbung noch einmal gründlich zu lesen oder ob der Kandidat sofort eine Absage bekommt. Dies bedeutet für die Bewerber nicht nur eine große Sorgfaltspflicht beim Verfassen der Unterlagen, sondern auch eine überzeugende Darstellung der eigenen Stärken.

Keine Chance für Tippfehler

Auch die Anzahl der Rechtschreibfehler, die Führungskräfte zum Anlass nehmen, eine Bewerbung auszusortieren, unterstreicht die Bedeutung makelloser Dokumente: In Deutschland bedeuten bereits 1,8 Tippfehler das endgültige Aus für einen Kandidaten, während Österreich mit 2,5 und die Schweiz mit 2,8 falsch geschriebenen Wörtern etwas großzügiger sind. Alle drei Länder liegen jedoch deutlich unter dem internationalen Durchschnitt, Deutschland ist sogar weltweit Spitzenreiter in puncto orthografischer Präzision.

Teamwork ist Trumpf

Nehmen Führungskräfte eine Bewerbung ein zweites Mal in die Hand, können Kandidaten neben fachlichen Fähigkeiten vor allem mit Teamfähigkeit überzeugen. Nahezu die Hälfte aller Finanz- und Personalmanager achtet darauf, keine Solisten einzustellen. Dementsprechend wichtig sind auch die kommunikativen Kompetenzen der potenziellen neuen Mitarbeiter. 

Etwa jeder fünfte deutsche und österreichische und jeder zehnte Schweizer Personalverantwortliche legt auf dieses Soft Skill besonderen Wert. In Deutschland und Österreich rangiert auf dem dritten Platz der gewünschten Eigenschaften eine möglichst große Stressresistenz der Bewerber, während in der multilingualen Schweiz Fremdsprachenkenntnisse ein großes Plus bedeuten.

In fünf bis zehn Minuten die Spreu vom Weizen zu trennen, ist eine schwierige Aufgabe – doch bei der Fülle an Bewerbungen haben Verantwortliche oft keine andere Möglichkeit“, konstatiert Sven Hennige, Managing Director Central Europe von Robert Half International. „Für Bewerber bedeutet dies, dass sie bereits in den ersten Zeilen ihres Anschreibens und des Lebenslaufs punkten müssen. Aus diesem Grund sollten alle Alleinstellungsmerkmale, die einen besonders für die ausgeschriebene Stelle qualifizieren, gleich auf den Punkt gebracht werden. Dies gilt selbstverständlich auch für Online-Profile, da immer mehr Unternehmen diese nutzen, um sich einen besseren Eindruck zu verschaffen. Zudem muss aus den Bewerbungsunterlagen hervorgehen, warum sich der Kandidat gerade in diesem Unternehmen bewirbt – „Massenbewerbungen“ sind meist auf den ersten Blick zu erkennen und werden mit hoher Wahrscheinlichkeit aussortiert.