Fachkräftemangel: Jeder fünfte CFO in Österreich ist besorgt

24. Februar 2016

Arbeitsmarktstudie 2016 von Robert Half: Unternehmenswachstum hat höchste Priorität für die österreichischen Finanzabteilungen

Mehr als zwei Drittel der Finanzchefs wollen im ersten Halbjahr neue Mitarbeiter einstellen – der Wettbewerb um die besten Mitarbeiter bleibt daher herausfordernd. Fast jeder fünfte österreichische Finanzverantwortliche (19 %) sieht im Fachkräftemangel die größte Sorge für das Jahr 2016. Nur um die wirtschaftliche Entwicklung in der Alpenrepublik sorgen sich noch mehr CFOs (38 %). Diese Befürchtungen haben Auswirkungen auf die Arbeitsleistung: Eine große Mehrheit der Finanzchefs gibt an, dass ihre Entscheidungsfähigkeit und auch die Unternehmensleistung darunter leiden. Das ergab die aktuelle Arbeitsmarktstudie des spezialisierten Personaldienstleisters Robert Half, an der 100 CFOs in Österreich teilnahmen.

Neben den Bedenken über fehlende Fachkräfte und die Wirtschaftsentwicklung, machen sich 15 % der österreichischen Finanzverantwortlichen auch über die IT- und Datensicherheit Sorgen, 12 % über wachsende Geschäftsausgaben. Jeder Zehnte sieht die Veränderung von regulatorischen und Compliance-Vorgaben als kritischen Punkt für die nächsten zwölf Monate.

Robert Half hat 100 CFOs gefragt: Über welche Faktoren sind Sie für 2016 am stärksten besorgt?

Wirtschaft 38 %
Fachkräftemangel 19 %
IT- & Datensicherheit 15 %
Wachsende Geschäftsausgaben 12 %
Veränderung von regulatorischen und Compliance-Vorgaben 10 %
Optimierung der Kostenstruktur 6 %

Quelle: Robert Half, Arbeitsmarktstudie 2016, Befragte: 100 CFOs in Österreich

Unternehmensleistung und Entscheidungsfähigkeit beeinflusst

Die Themen, die den Finanzchefs Sorgen bereiten, prägen auch die Arbeitsleistung. So geben 89 % der CFOs an, dass sich diese Punkte erheblich oder merklich sowohl auf ihre Entscheidungsfähigkeit als auch auf die Unternehmensleistung auswirken. Fast genauso viele (85 %) sehen außerdem die Produktivität beeinträchtigt.

Die Finanzabteilungen erleben eine Rollenveränderung hin zum Business-Partner, der auf Augenhöhe mit der Unternehmensführung das Unternehmenswachstum gezielt unterstützt. Gleichzeitig verändert die Digitalisierung das Finanz- und Rechnungswesen nachhaltig“, so Sven Hennige, Senior Managing Director Central Europe & The Netherlands bei Robert Half. „Die CFOs sollten ein Auge darauf haben, welche Kompetenzen und Spezialisierungen benötigt werden und dafür sorgen, dass das bestehende Personal ausgebildet und fehlende Fachkenntnisse durch neue Mitarbeiter ins Unternehmen kommen. Da die Finanzchefs insgesamt mit einem Unternehmenswachstum rechnen, ist es umso wichtiger, die passenden Mitarbeiter im Unternehmen zu haben und zu halten.

Top-Priorität: Das Unternehmenswachstum fördern

Obwohl die Finanzverantwortlichen den Fachkräftemangel als zweitgrößte Sorge für 2016 betrachten, gehört es nicht zu ihrem obersten Ziel, Mitarbeiter zu halten oder einzustellen. Die Förderung des Unternehmenswachstum (59 %), die Kostensenkung und Effizienzsteigerung (51 %) sowie der Ausbau des Eigenkapitalanteils (43 %) zählen bei den Finanzchefs zu den Top 3-Prioritäten für das laufende Jahr.

Robert Half hat 100 CFOs gefragt: Welche der folgenden Vorhaben zählen zu Ihren Top 3-Prioritäten für das Jahr 2016?

Fördern des Unternehmenswachstums 59 %
Kostensenkung/Effizienzsteigerung 51 %
Ausbau des Eigenkapitalanteils 43 %
Vorantreiben von Innovation und Wandel 36 %
Binden von Mitarbeitern 35 %
Verbesserung des Risikomanagements 29 %
Einstellen neuer Mitarbeiter 23 %
Sicherstellen der weiteren Einhaltung lokaler und EU-weiter Regulierungsvorgaben im Finanzwesen 11 %
Eruieren der Chancen für Firmenzusammenschlüsse und -übernahmen 9 %
Positionierung der Finanzabteilung als Business Partner innerhalb der Organisation 4 %

Quelle: Robert Half, Arbeitsmarktstudie 2016, Befragte: 100 CFOs in Österreich; Mehrfachantworten möglich

Das Personalmanagement gehört maßgeblich zu den Aufgaben der CFOs. Denn Recruiting und eine gezielte Personalentwicklung entscheiden mit über den Erfolg des Finanz- und Rechnungswesens. Daher sollten diese beiden Bereiche ganz oben auf der Prioritätenliste der österreichischen CFOs stehen“, kommentiert Sven Hennige das Ergebnis der Arbeitsmarktstudie. „Finanzmanager, die für ihren Bereich eine hohe Arbeitgeberattraktivität schaffen, haben es auch bei der Suche nach Fachkräften einfacher.