Fußballfieber: Rote Karte für den Chef

16. Juni 2014

Internationale Befragung von Robert Half zu den Erfolgsfaktoren von leistungsstarken Teams

  • Mehrheit der Angestellten (77 %) schätzt es, mit Kollegen Sportereignisse zu verfolgen, aber nur 9 % mit dem Vorgesetzten
  • Bei Neueinstellungen erwarten 65 % von ihren Vorgesetzten, gleich stark auf die fachlichen und sozialen Fähigkeiten des Bewerbers zu achten
  • Philipp Lahm trauen die meisten Befragten zu, den besten Teamleiter auch im Geschäftsleben abzugeben, Xavi steht für starken Teamgeist

Bei Sportereignissen wie der aktuellen Fußballweltmeisterschaft fiebern Mitarbeiter nicht nur im privaten Kreis mit: 77 % der befragten Büroangestellten begrüßen es, die Spiele zusammen mit ihren Arbeitskollegen verfolgen. Das ist ein Ergebnis einer aktuellen Robert Half Befragung in sechs Ländern unter 1.581 Angestellten. Der spezialisierte Personaldienstleister hat untersucht, was die Erfolgsfaktoren erfolgreicher Sportteams sind und wie diese auf Unternehmen übertragen werden können.

Der größte Vorteil beim gemeinsamen Schauen der Fußballweltmeisterschaft oder anderer Sportereignisse sind für knapp jeden Dritten (28 %) das bessere Kennen lernen von Kollegen außerhalb des Büroalltags. Weitere 26 % sehen den größten Nutzen darin, mit Kollegen aus dem eigenen Team gute Beziehungen aufzubauen. Etwa jeder Sechste (15 %) nutzt diese Gelegenheit, um Kontakte mit Kollegen anderer Abteilungen zu knüpfen.

Die Beziehungen zu Führungskräften scheinen dagegen am wenigsten wichtig erachtet zu werden: Nur 9 % legen Wert darauf, Vorgesetzte auch im privaten Umfeld näher kennen zu lernen. Besonders für Büromitarbeiter in Chile sind Sportereignisse wie die aktuelle Fußballweltmeisterschaft sehr gut geeignet, ihre Manager außerhalb des Büros besser kennen zu lernen (22 %).

 

Robert Half hat gefragt: "Was ist der größte Nutzen, den Sie daraus ziehen können, wenn Sie Sportevents wie die WM zusammen mit Ihren Arbeitskollegen ansehen?"

 

Gesamt

Kollegen außerhalb des Büros besser kennenlernen 28%
Besseres Verhältnis zu seinen Arbeitskollegen/Teammitgliedern aufbauen 26 %
Mit Kollegen aus anderen Unternehmensbereichen in Kontakt kommen 15 %
Mit Führungspersonen – auch außerhalb des Arbeitsalltags – Kontakte knüpfen  9 %
Ich sehe keinen Nutzen 16 %
Keine Angabe  7 %

Quelle: Internationale Befragung von Robert Half unter 1.581 Arbeitnehmer aus Belgien, Brasilien, Chile, Deutschland, Frankreich, Niederlande

Arbeitnehmer verbringen zwar den Großteil des Tages im Büro, dennoch bleibt im Berufsalltag oft zu wenig Zeit, um Arbeitskollegen besser kennen zu lernen“, erklärt Sven Hennige, Managing Director Central Europe & Germany bei Robert Half. 

Treffen im Kollegenkreis außerhalb des Büros – beispielsweise beim gemeinsamen Mitfiebern zur Fußballweltmeisterschaft in Brasilien – sind ideale Gelegenheiten, um mehr voneinander zu erfahren und in einer lockeren Atmosphäre die kollegialen Beziehungen auszubauen. Das wirkt sich aus meiner Erfahrung sehr positiv auf die Zusammenarbeit, das Klima am Arbeitsplatz und letztlich die Jobzufriedenheit der Arbeitnehmer aus.

Die Erfolgsfaktoren leistungsstarker Teams

Robert Half hat in der Befragung auch untersucht, was die Erfolgsfaktoren leistungsstarker Teams im Sport sind und wie diese auf Unternehmensteams übertragen werden können. 39 % der Befragten sind der Ansicht, dass die Teamfähigkeit der wichtigste Erfolgsfaktor für den Gesamterfolg des Teams ist.

Aus diesem Grund erwartet die Mehrheit der Büromitarbeiter (65 %) von ihren Vorgesetzten, bei Neueinstellungen gleichermaßen auf soziale und auf fachliche Kompetenzen zu achten. 24 % wünschen sich sogar, dass ihre Vorgesetzten Bewerber vorrangig aufgrund ihrer Soft Skills einstellen. Nur 8 % würden fachliche Fähigkeiten als das wichtigste Kriterium erachten.

Sportliche Vorbilder für starken Teamgeist und Führungskompetenz

Ein weiteres interessantes Studienergebnis lieferte die Frage nach dem Fußballspieler, dem die Arbeitnehmer den größten Teamgeist zusprechen. Auf Platz 1 wurde Xavi aus Spanien gewählt. 

Philipp Lahm hingegen überzeugt auch über deutsche Grenzen hinweg: Ihm traut die Mehrheit (31 %) der Befragten aller sechs Länder zu, auch im Geschäftsleben aufgrund seiner Fähigkeiten strategisch zu denken, flexibel und vielseitig zu sein, ein Team zum Erfolg führen zu können.  

Weitere Befragungsergebnisse und was Teams vom Sport lernen können, hat Robert Half im Ratgeber „Erfolgsfaktor Dream Team“ zusammengestellt, der hier kostenlos zum Download bereit steht.