Gehaltserhöhung: Leistung vor Loyalität

11. Februar 2013

Wer viele Jahre im selben Unternehmen tätig ist, verdient nicht automatisch mehr Geld

Die Frage nach einer Gehaltserhöhung ist in vielen Unternehmen ein zentraler Aspekt bei den jährlichen Mitarbeitergesprächen. Wer eine pauschale Aufstockung des Gehalts aufgrund langer Betriebszugehörigkeit erwartet, wird enttäuscht. Langjährige Zugehörigkeit zum Unternehmen ist noch nicht einmal für jeden zehnten CFO ein Anlass für eine höhere Entlohnung. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie des Personaldienstleisters Robert Half. Für die Studie wurden 2.500 CFOs in 19 Ländern befragt.

Doch was wird honoriert, wenn nicht Loyalität? Für 39 Prozent der österreichischen Finanzexperten haben Mitarbeiter die besten Chancen auf eine Gehaltserhöhung, wenn sie ihre gesetzten Ziele erreichen. Weitere 21 Prozent belohnen es, wenn ein Mitarbeiter zusätzliche Verantwortung übernimmt.

Mitarbeitergespräche zur Karriereentwicklung nutzen

Jenseits finanzieller Aspekte kann es im Jahresgespräch auch um Themen wie Karriereentwicklung oder die Zusammenarbeit im Team gehen. Wenn das jährliche Meeting das einzige längere Gespräch zwischen Mitarbeiter und Chef ist, können allerdings häufig nicht alle Fragen im Detail besprochen werden. Dabei besteht die Gefahr, dass der Eindruck entsteht, Wünsche oder gar Kritik werden nicht ernst genommen.

„Mitarbeiter sollten das Gespräch nutzen, um zu zeigen, wie wertvoll sie für das Unternehmen sind und in welcher Weise sie auch zukünftig maßgeblich zu Erreichung der Ziele beitragen können“, rät Sven Hennige, Managing Director Central Europe & Germany von Robert Half. „Bei Gesprächsbedarf empfehlen wir, nicht auf das jährliche Meeting zu warten, sondern wichtige Punkte auch außerhalb der festen Termine anzusprechen. So steigt die Motivation und beide Seiten profitieren gleichermaßen vom Austausch.“

Mitarbeiter: Tipps für eine erfolgreiche Gehaltsverhandlung

  • Ziele stecken: Legen Sie fest, was Sie im Gespräch erreichen wollen und bleiben Sie realistisch. Definieren Sie Ihr Idealziel und Ihre Schmerzgrenze.
  • Informationen einholen: Sprechen Sie mit Kollegen oder einem Personalberater über branchenübliche Gehälter. Behalten Sie jedoch im Hinterkopf, dass das eigene Gehalt von verschiedenen Faktoren abhängig ist, wie Erfahrung, Ausbildung, Kompetenz und Erfolgen
  • Argumente zurechtlegen: Listen Sie sämtliche berufliche Erfolge auf und formulieren Sie, wie Ihr Arbeitgeber von Ihnen und Ihren Zielen profitieren kann.
  • Sachlich bleiben: Wenn Sie etwas zu kritisieren haben, regen Sie Verbesserungen an. Betrachten Sie den Vorgesetzten nicht als Gegner, sondern versuchen Sie ihn als Partner zu gewinnen.