Keine Angst vor der heiklen Gehaltsfrage im Vorstellungsgespräch

09. Juni 2015

Arbeitsmarktstudie 2015 von Robert Half

Die Frage nach dem Gehalt beim Bewerbungsgespräch ist kein Tabu mehr. Bewerber dürfen das Thema aktiv ansprechen und nach der Höhe der Vergütung fragen. Gute Vorbereitung für die Gehaltsverhandlung ist allerdings notwendig. Das ist eines der Ergebnisse der aktuellen Arbeitsmarktstudie im Auftrag von Robert Half, für die 100 HR-Manager in Österreich befragt wurden.

Job-Kandidaten dürfen in Bewerbungsprozessen selbstbewusst auftreten und die eigenen Gehaltsvorstellungen von sich aus ansprechen. Als idealen Zeitpunkt für die Frage zur Vergütung nennt die Mehrheit der befragten Personalverantwortlichen (46 %) die zweite bzw. darauffolgende Bewerbungsrunden. Lediglich 12 % der befragten Personaler sind der Ansicht, Gehaltsdiskussionen sollten stets vom Unternehmen initiiert werden.

Robert Half hat HR-Manager gefragt: Wann ist es für Job-Kandidaten angebracht, im Bewerbungsprozess das Gehalt anzusprechen?

  Total
Im zweiten oder in nachfolgenden Bewerbungsgesprächen. 46 %
Während des Bewerbungsprozessses oder im ersten Bewerbungsgespräch. 33 %
Im letzten Bewerbungsgespräch oder in der Angebotsphase 9 %
Niemals, eine Gehaltsdiskussion sollte immer vom Unternehmen ausgehen. 12 %

Quelle: Robert Half, Arbeitsmarktstudie 2015, Befragte: 100 HR-Manager

„Österreichs Unternehmen sind derzeit zwar bereit, höhere Gehälter zu bezahlen. Dennoch sollten Bewerber im Vorfeld ausloten, welche Vergütung angemessen ist und die eigenen Gehaltswünsche dann wohlüberlegt äußern und geschickt argumentieren“, erläutert Robert Szvetecz, Country Manager bei Robert Half.

„Wer weiß, wie hoch die branchenüblichen Gehälter für vergleichbare Positionen sind, kann realistische Forderungen stellen. Während zu hohe Forderungen zu einem frühzeitigen Ausscheiden aus dem Bewerbungsprozess führen können, lassen zu niedrige Vorstellungen auf mangelnde Erfahrung oder ein mangelndes Selbstbewusstsein des Bewerbers schließen. Die Erfahrung zeigt, dass Bewerber bei einem Arbeitgeberwechsel bis zu 10 % mehr Gehalt fordern können“, ergänzt Szevetcz

Die wichtigsten 3 Tipps zur richtigen Gehaltsvorstellung:

  • Fixe Summe oder Gehaltsspanne? Sie sollten sich auf keine fixe Summe festlegen, sondern vielmehr eine Gehaltsspanne definieren, die Ihren Vorstellungen entspricht. Überlegen Sie sich in diesem Zusammenhang auch, was Ihre Untergrenze ist und ob es ggf. nicht-monetäre Zusatzleistungen gibt, die Sie anstelle Ihrer Wunschsumme akzeptieren könnten. Eine Gehaltsübersicht für ausgewählte Positionen finden Sie hier.
  • Klein oder groß? Waren Sie vorher in einem großen Konzern beschäftigt und gehen Sie nun in ein mittelständisches Unternehmen? Wechseln Sie in eine andere Branche? Und ist der neue Arbeitsplatz womöglich mit einem Umzug in eine andere Stadt verbunden? All diese Aspekte sollten Sie in Ihren Gehaltsvorstellungen berücksichtigen.
  • Karriere oder Work-Life-Balance? Identifizieren Sie den Hauptgrund für Ihren Jobwechsel. Falls Sie aufgrund mangelnder Karriereperspektiven oder einer unausgeglichenen Work-Life-Balance eine neue berufliche Herausforderung suchen, sollten Sie diese Aspekte im Gespräch mit Ihrem zukünftigen Arbeitgeber unbedingt ansprechen. Zeigen Sie sich flexibel, aber achten Sie darauf, nicht unter Ihre Mindest-Gehaltsvorstellung zu gehen.