Kündigung: Die Kollegen müssen einspringen

10. Januar 2017

Studie: Nach der Kündigung eines Mitarbeiters wird intern nach Ersatz gesucht

Kündigt ein Mitarbeiter, stellt sich für den Chef die Frage nach der neuen Aufgabenverteilung. In einem Großteil der österreichischen Finanzabteilungen müssen die Kollegen erst einmal die anfallenden Aufgaben übernehmen und die höhere Arbeitsbelastung schultern, bis Ersatz gefunden ist. Denn fast die Hälfte (48 %) der Finanzverantwortlichen verteilt die Aufgaben eines scheidenden Angestellten zunächst auf andere Teammitglieder. Dies ergab die aktuelle Arbeitsmarktstudie des spezialisierten Personaldienstleisters Robert Half, für die 100 österreichische CFOs befragt wurden.

Um die Lücke nach der Kündigung eines Mitarbeiters zu schließen, suchen 41 % der Finanzchefs intern nach einem sofortigen Ersatz für den scheidenden Angestellten. 29 % beginnen, sich extern nach einer neuen Fachkraft umzusehen. Den Mitarbeiter durch ein Gegenangebot vom Bleiben zu überzeugen versuchen nur wenige CFOs: Lediglich 11 % geben dies als eine der ersten Maßnahmen nach einer Kündigung an.

100 CFOs wurden im Auftrag von Robert Half gefragt: Was unternehmen Sie als erstes, wenn ein Mitarbeiter Ihres Teams kündigt?

Ich verteile die Aufgaben an andere Teammitglieder 48 %
Ich versuche, intern sofortigen Ersatz zu finden 41 %
Ich beginne extern mit der Suche nach einem neuen Mitarbeiter 29 %
Ich stelle Zeitarbeitskräfte zur Unterstützung ein 28 %
Ich übernehme seine Aufgaben 16 %
Ich unterbreite dem Mitarbeiter ein Gegenangebot 11 %

Quelle: Robert Half, Arbeitsmarktstudie 2016, Befragte: 100 CFOs in Österreich, drei Antwortmöglichkeiten

„Speziell in stressigen Zeiten, etwa zum Jahresende oder bei Quartalsabschlüssen, bedeutet die Übernahme zusätzlicher Aufgaben für die Mitarbeiter im Finanz- und Rechnungswesen eine hohe Belastung. Daher muss nach der Kündigung eines Mitarbeiters rasch eine Lösung gefunden werden“, sagt Robert Szvetecz, Senior Manager bei Robert Half in Wien. „16 % der CFOs helfen sogar persönlich mit, um ihre Teams bei der Bewältigung der durch die Kündigung entstandenen Arbeitsspitze zu unterstützen. Um sich selbst und seine Mitarbeiter zu entlasten, sind temporäre Mitarbeiter eine gute Option.“

Temporäre Mitarbeiter entlasten Finance-Teams

Allerdings denken lediglich 28 % der befragten Finanzverantwortlichen als erste Maßnahme nach einer Kündigung daran, einen temporären Mitarbeiter einzustellen, bis die freigewordene Stelle wieder besetzt ist. „Dabei hat der Einsatz von Zeitarbeitskräften viele Vorteile,“ so Robert Szvetecz. „Eine zu hohe Arbeitsbelastung der Teammitglieder kann die Arbeitsqualität und Motivation mindern oder sogar dazu führen, dass sie aufgrund des Stresses krank werden und für längere Zeit ausfallen.“