Manager haben große Angst vor Jobverlust

20. Januar 2010

Studie: Mehr als jeder zweite der HR- und Finanzmanager arbeitet im Krankheitsfall

Wien, 20. Januar 2010. Mit Kopfschmerzen und Husten in der Konferenz oder fiebernd vor dem PC: Aus Angst vor einem möglichen Jobverlust arbeiten in Deutschland und Österreich weltweit mit die meisten Manager, obwohl sie krank sind. Dies ist ein Ergebnis der Studie Workplace Survey 2009, für die der spezialisierte Personaldienstleister Robert Half über 6.000 Personal- und Finanzmanager in 20 Ländern befragt hat. Die Workplace Survey wird jährlich durchgeführt und informiert über Trends auf dem Arbeitsmarkt für das Finanz- und Rechnungswesen.

Krankheit schützt vor Arbeit nicht: In nahezu keinem anderen Land hüten Finanz- und HR-Manager im Krankheitsfall so selten das Bett wie in Deutschland und Österreich. So arbeiten 55 Prozent der deutschen und 59 Prozent der österreichischen Fachkräfte auch dann, wenn sie krank sind – hauptsächlich weil sie um ihren Arbeitsplatz fürchten. Etwa die Hälfte der Spezialisten in beiden Ländern, die krank am Schreibtisch sitzen, bleibt aus Angst vor einem möglichen Jobverlust nicht zu Hause. Von den internationalen Kollegen kommen lediglich 44 Prozent der Befragten trotz Erkrankung ins Büro.

Hohes Arbeitspensum

Neben der Angst um den Arbeitsplatz gibt es noch weitere Gründe, warum sich die Fachkräfte nicht krankschreiben lassen. So bleibt gut die Hälfte der deutschen und über ein Drittel der österreichischen Finanz- und HR-Manager wegen eines hohen Arbeitspensums dem Arbeitsplatz auch während einer Krankheit nicht fern. Über ein weiteres Drittel der österreichischen und deutschen Experten möchte bei Kollegen und Vorgesetzen dem Verdacht vorbeugen, dass sie nicht engagiert und hart genug arbeiten würden, wenn sie krank im Bett blieben.

Es ist verständlich, dass gerade in wirtschaftlichen Krisen auch Manager um ihren Job fürchten, wenn sie aus eigener Sicht zu häufig krank sind“, kommentiert Darren Payne, Associate Director bei Robert Half International, die Ergebnisse der Studie. „Doch sollten sie Augenmaß wahren und sowohl an ihre eigene als auch an die Gesundheit ihrer Kollegen denken. Darüber hinaus ist es oft besser, nach einigen Genesungstagen zu Hause wieder mit voller Leistungsfähigkeit in den Job zurückzukehren als längere Zeit nur mit halber Kraft zu arbeiten. Dies sollten auch Unternehmen bedenken und ein Klima schaffen, in dem sich Angestellte unbesorgt krank melden können.