Manager motiviert mehr Gehalt

10. Mai 2010

Studie: Unternehmen wählen nicht die richtigen Angebote zur Mitarbeiterbindung

Wien, 10. Mai 2010. Knapp jedes fünfte Unternehmen in Österreich und der Schweiz bietet keinerlei Maßnahmen, um Top-Talente zu binden. Doch gerade im Hinblick auf den zunehmenden Fachkräftemangel ist hier dringender Handlungsbedarf nötig, wenn Unternehmen weiterhin als attraktiver Arbeitgeber gelten möchten. Dabei sind sich die meisten Führungskräfte einig, wenn es um die Frage ihres persön­lichen Motivationsanreizes geht: Jeder zweite Manager würde sich am stärksten durch eine Gehaltserhöhung ans Unternehmen gebunden fühlen. Dies sind Ergebnisse der Studie Workplace Survey 2010, für die der spezialisierte Personaldienstleister Robert Half über 3.000 Personal- und Finanzmanager in 13 Ländern befragt hat. Die Workplace Survey wird drei Mal jährlich zu Trends auf dem Arbeitsmarkt durchgeführt.

Im Gegensatz zu den Präferenzen der Mitarbeiter setzen lediglich 19 Prozent der Schweizer und nur zehn Prozent der österreichischen Unternehmen auf ein höheres Gehalt für eine effektive Mitarbeiterbindung. Bei knapp der Hälfte der Arbeitgeber liegen flexible Arbeitszeiten vorn, gefolgt von Weiterbildung. 

Auch Teambuilding-Aktivitäten sind eine häufig gewählte Maßnahme, um Mitarbeiter zu binden und zu motivieren. Diese Initiativen stoßen bei den befragten Personal- und Finanzmanagern allerdings ebenfalls auf wenig Resonanz und landen auf dem letzten Platz ihrer Wunschliste. Anders sieht es hingegen mit konkreten Karriereplänen und Mitspracherechten aus, über die sich etwa jeder fünfte Arbeitnehmer freuen würde (Mehrfachantworten möglich).

Die relativ hohe Zahl der Unternehmen, die momentan über keine Angebote zur Mitarbeiterbindung verfügt, ist sicherlich auch der Finanz- und Wirtschaftskrise geschuldet. Gerade im Krisenjahr 2009 lag die oberste Priorität im Sichern der Jobs“, kommentiert Darren Payne, Associate Director bei Robert Half International, die Ergebnisse der Studie. Da die Wechselbereitschaft von Leistungsträgern mit dem beginnenden Aufschwung aber sprunghaft ansteigen wird, sollten sich die Firmen schnellstmöglich Gedanken über sinnvolle Anreize zum Bleiben machen. In einem ersten Schritt kann dies ein höheres Gehalt sein. Mittelfristig spielen aber auch Karriereperspektiven, die Möglichkeit sich weiterzuentwickeln und eine gute Arbeitsatmosphäre eine wichtige Rolle."

Robert Half Tipps zur Mitarbeitermotivation

  • Wertschätzung und Anerkennung: Gute Leistungen sollten gewürdigt und nicht als selbstverständlich hingenommen werden. Ein Lob oder eine kleine Aufmerksamkeit verfehlen ihre Wirkung nie.
  • Übertragung von Verantwortung: Mitarbeiter wünschen sich mehr Mitspracherechte. Vorgesetzte sollten daher genau zuhören und Meinungen sowie Ratschläge ihrer Teammitglieder berücksichtigen.
  • Positive Arbeitsatmosphäre: Interessante Aufgaben und eine motivierende Stimmung, in der Erfolge gefeiert werden, begünstigen eine positive Einstellung der Mitarbeiter. Zudem sollten Mitarbeiter auch das Gefühl haben, dass Fehler keine schwerwiegenden Konsequenzen nach sich ziehen. Vielmehr sollten Führungskräfte konstruktives Feedback geben, damit der Mitarbeiter aus seinen Erfahrungen lernen kann.
  • Förderung und Aufstiegsmöglichkeiten: Konkrete Karrierepläne, die entsprechende Weiterbildungsmöglichkeiten beinhalten, Mentoring und das Bevorzugen des eigenen Personals bei Beförderungen tragen maßgeblich zu einer hohen Bindungsquote ein.