Mitarbeiter sind Leidtragende unbesetzter Stellen

Langfristig unbesetzte Stellen wirken stark auf die Produktivität der Mitarbeiter aus und bremsen das Geschäftswachstum des Unternehmens. Die Verteilung der Aufgaben an die bestehenden Mitarbeiter kann die Work-Life-Balance beeinträchtigen sowie Frustration und Überförderung erzeugen. Um das zu verhindern, sollten Personalverantwortliche ihre Recruiting-Prozesse analysieren und optimieren.

Durch die positive Entwicklung der österreichischen Wirtschaft steigt die Zahl der offenen Stellen stark an. Ende April gab es 71.013 zu besetzende Positionen, 28 % mehr als im Vorjahr, wie das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz vor Kurzem meldete.  Bleiben Stellen über längere Zeit offen, schadet dies den Mitarbeitern und in der Folge auch dem wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen. 

Am stärksten leidet die Produktivität (25 %) unter Stellen, die über einen langen Zeitraum unbesetzt bleiben. Darüber hinaus sinkt die Arbeitsmoral (24 %) und das Geschäftswachstum des Unternehmens wird gebremst (21 %). Das berichten 1.608 Personalverantwortliche in Kontinentaleuropa und UK, die im Rahmen der aktuellen Arbeitsmarktstudie des Personaldienstleisters Robert Half befragt wurden. „Unbesetzte Stellen sind ein Risikofaktor für Unternehmen. Denn Führungskräfte verteilen die Aufgaben in der Regel an die bestehenden Mitarbeiter, die diese zusätzlich zu ihren eigenen Projekten schultern müssen“, erklärt Christian Umbs, Managing Director bei Robert Half in Wien.

Schlechte Work-Life-Balance führt zu Kündigungen

„Die Umverteilung der Arbeit mag zwar auf den ersten Blick eine einfache Lösung für den Personalengpass sein. Werden die Mitarbeiter für längere Zeit überlastet, droht im schlimmsten Fall ihre Kündigung. Bereits wenige Wochen können die Work-Life-Balance stark ins Ungleichgewicht bringen, Frustration und Überforderung erzeugen. Besteht in absehbarer Zeit keine Aussicht auf einen neuen Kollegen, hat das negative Konsequenzen für das Unternehmen“, sagt Umbs. 

Wie die Studie „Geheimnisse der glücklichsten Unternehmen und Mitarbeiter“ von Robert Half aus dem Jahr 2017 gezeigt hat, gehört eine schlechte Work-Life-Balance zu den stärksten Treibern, wenn sich ein Mitarbeiter für eine Kündigung entscheidet. Negativer wirken sich nur fehlender Teamzusammenhalt, das Gefühl, sich im Beruf verstellen zu müssen, und mangelnder Stolz auf die eigene Arbeit aus. 
 

Robert Half hat 1.608 Personalverantwortliche befragt:
Was ist die stärkste Folge von unbesetzten Stellen für Ihr Unternehmen?  
Produktivitätsverlust 25%
Niedrige Arbeitsmoral 24%
Begrenztes Geschäftswachstum 21%
Unfähigkeit, neue Geschäfts-/Umsatzpotenziale zu erschließen 12%
Höhere Belastung/schlechte Work-Life-Balance für bestehende Mitarbeiter 12%
Höhere Mitarbeiterfluktuation  4%
Verpassen von Projektmeilensteinen 2%
Quelle: Robert Half, Arbeitsmarktstudie 2017, Befragte: 1.608 Personalverantwortliche in Kontinentaleuropa und UK

Überbelastung über längere Zeiträume vermeiden

Um zu verhindern, dass eine Stelle langfristig unbesetzt bleibt, sollten Personalverantwortliche die sogenannte Time-to-hire analysieren, also die Dauer von der Ausschreibung bis zur Besetzung einer Stelle. Dauert der Recruiting-Prozess regelmäßig länger als geplant, besteht Handlungsbedarf. 

Die Gründe für eine lange Time-to-hire sind dabei vielfältig: Umständliche Recruiting-Prozesse, mangelnde Entscheidungsfreude in den Unternehmen oder zu hohe Ansprüche an die Kandidaten können verantwortlich sein. Christian Umbs empfiehlt: „Prozessänderungen brauchen Zeit. Daher sind eine offene Kommunikation und eine gute Abstimmung mit dem Team wichtig, um Zeiten höherer Belastung gut zu meistern.“
 

Pressekontakt

Robert Half 
Herzog-Wilhelm-Str. 26
80331 München

Christina Holl
T: +49 (0)89 5454 260 22
E: [email protected]