60 % der österreichischen Unternehmen ändern Führungskultur

15. September 2015

Wien – Die Mehrheit (71 %) der HR-Manager in Österreich sind besorgt, Top-Mitarbeiter an die Konkurrenz zu verlieren. Gleichzeitig beklagen 92 % der Befragten, es sei eine große oder sogar sehr große Herausforderung, qualifizierte Fachkräfte zu finden. 

Dies führt derzeit zu einem breiten Umdenken in österreichischen Führungsetagen: 60 % der befragten Unternehmen ändern gerade ihre Führungskultur oder planen dies, um ihre Mitarbeiter stärker zu binden. Mehr als jedes zehnte Unternehmen in Österreich hat die Führungskultur bereits angepasst. Für die Arbeitsmarktstudie wurden branchenübergreifend 100 HR-Manager befragt.

Robert Half hat HR-Manager gefragt: Ändern Sie derzeit die Führungskultur in Ihrem Unternehmen?

 

Gesamt
Ja, um die Mitarbeiterbindung zu stärken 36 %
Nein, aber wir planen es für die nächsten zwei Jahre, um die Mitarbeiterbindung zu stärken 24 %
Ja, aufgrund unternehmerischer Anforderungen 9 %
Nein, wir haben die Führungskultur gerade angepasst, um die Mitarbeiterbindung zu stärken 13 %
Nein, wir sehen dafür keine Notwendigkeit 18 %

Quelle: Arbeitsmarktstudie 2015 von Robert Half, Befragte: 100 HR-Manager in Österreich

„Bei der Gewinnung und Bindung von Mitarbeitern dient die Führungskultur heutzutage als wichtiger Anreiz. Insbesondere die Kommunikation und die Wertschätzung, die beispielsweise durch die Einbindung in Entscheidungsprozesse oder der Möglichkeit, eigene Ideen einzubringen, erfahren wird, sind dabei zwei äußerst wichtige Faktoren“, sagt Sven Hennige, Senior Managing Director bei Robert Half.

„Erfreulicherweise zeigt die Studie, dass ein Großteil der Unternehmenslenker den Handlungsbedarf erkannt hat,  um die besten Talente im Unternehmen zu halten oder neue zu finden. Der Erfolg der neuen Führungskultur hängt allerdings maßgeblich davon ab, wie stark die Mitarbeiter von Anfang an mit eingebunden werden und deren Feedback mit einfließt. Denn eines steht fest: Erfüllen Unternehmen die Anforderungen der aktuellen oder künftigen Mitarbeiter nicht, werden sie es immer schwerer haben, für Fach- und Führungskräfte attraktiv zu bleiben und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.“   

Erfolgreiche Mitarbeiterbindung setzt Mitarbeiterfeedback voraus

Nach den häufigsten Fehlern in der Personalführung gefragt, nennen die Studienteilnehmer eine mangelnde Kommunikation und zu wenig Anerkennung (je 32 %). Um eine erfolgreiche Führungskultur zu etablieren, sei die Förderung einer offenen und transparenten Kommunikation jedoch Hauptkriterium, meint mehr als die Hälfte der  Studienteilnehmer (51 %). Weiterhin ist für 48 % der Befragten die Einbindung der Mitarbeiter in die Entscheidungsfindung sehr wichtig. Jeder vierte Befragte (25 %) ist außerdem der Ansicht, ein Führungsstil sei dann erfolgreich, wenn Mitarbeiter ermutigt werden Feedback an das Management zu geben. 

Kommunikation, Einbindung und Visibilität: Diese drei Faktoren machen Unternehmen für Mitarbeiter und Bewerber attraktiv:

  • Offene und transparente Kommunikation. Dazu gehört zum einen, Mitarbeiter frühzeitig über wichtige Entwicklungen und Entscheidungen zu informieren. Zum Anderen sollten Mitarbeiter ermutigt werden, Feedback an das Management zu geben.
  • Einbeziehung in die Entscheidungsfindung und die Förderung von Ideen seitens der Mitarbeiter. Die Übertragung von mehr Eigenverantwortung gehört hier ebenfalls dazu wie auch die Unterstützung für die Umsetzung der Ideenvorschläge.  
  • Sicherstellung einer größeren Sichtbarkeit der Führungsebene. Mitarbeiter schätzen den direkten Austausch mit Vorgesetzten, weil dies als Zeichen der Wertschätzung empfunden wird.