Unzufriedene Mitarbeiter bleiben ihrem Arbeitgeber trotzdem treu

Gründe für Unzufriedenheit im Job gibt es viele. Problematisch wird es, wenn die negative Stimmung zum Dauerzustand wird. Ein bestimmtes Maß an Zufriedenheit ist notwendig und wichtig. Die Realität sieht aber häufig anders aus. 

Studie: Ein Viertel ist unglücklich, doch nicht einmal die Hälfte möchte den Job wechseln

Gründe für Unzufriedenheit im Job gibt es viele – Probleme mit dem Chef, fehlende Anerkennung oder Stress. Problematisch wird es, wenn die negative Stimmung zum Dauerzustand wird. Ein bestimmtes Maß an Zufriedenheit ist notwendig und wichtig. Die Realität sieht aber häufig anders aus, wie eine aktuelle Umfrage des Personaldienstleisters Robert Half zeigt: Ein Viertel (26 %) der Befragten ist im Job unzufrieden. 

Arbeitnehmer harren lieber aus, anstatt zu wechseln

Besonders dramatisch: Die Hälfte der Betroffenen bemüht sich trotzdem nicht aktiv um einen Jobwechsel. Die Gründe dafür sind vielfältig: Fast jeder Zweite (48 %) nennt Vorzüge des aktuellen Arbeitgebers, wie flexible Arbeitsmodelle oder ein gutes Gehalt. Knapp ein Drittel der Unzufriedenen (30 %) glaubt nicht, dass sich ihre Situation bei einem anderen Arbeitgeber bessern würde. 27 % der Betroffenen möchten sich trotz der eigenen Unzufriedenheit nicht von den Kollegen im Team trennen. 

„Innere Kündigung“ schadet Arbeitnehmer und Unternehmen

„Durch die Unzufriedenheit wird die tägliche Arbeit zur Belastung und zu einem permanenten Stressfaktor. Zudem besteht die Gefahr, dass der Frust auf andere Mitarbeiter übergreift und sich negativ auf die Teammotivation auswirkt“, sagt Christian Umbs, Managing Director bei Robert Half in Wien. Unzufriedenheit im Job darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden, da sie schnell in einem Burnout oder Boreout enden kann.

Die Suche nach der tatsächlich passenden Stelle ist jedoch keine leichte Aufgabe. „Häufig sind Arbeitnehmer unsicher, ob ihre Qualifikationen für den Wettbewerb am Arbeitsmarkt ausreichen und sie lassen sich von langen Bewerbungsprozessen abschrecken. Auch die mögliche Verschlechterung von Rahmenbedingungen erweist sich als Hemmnis“, erklärt Umbs. Aus seiner Sicht zu kurzsichtig gedacht, denn es gibt zahlreiche Angebote, die Arbeitnehmern helfen, den ersten Schritt in Richtung Jobwechsel zu machen: „Jobchoachings geben individuelle Orientierung, Berufsnetzwerke erleichtern die Suche nach Jobangeboten und professionelle Personalvermittler helfen mit gezielten Interviews, optimal passende Stellen für Bewerber zu finden.“ 

Sie haben angegeben, derzeit unzufrieden in Ihrem Beruf, aber nicht aktiv auf Jobsuche zu sein. Was sind die Gründe dafür?

Zwar bin ich mit vielen Aspekten meines derzeitigen Jobs unzufrieden, es gibt aber auch Vorzüge auf die ich nicht verzichten möchte (z. B. flexible Arbeitsmodelle, Gehalt, Standort). 48 %
Ich glaube nicht, dass sich meine Situation in einem anderen Unternehmen verbessert. 30 %
Zwar bin ich mit dem Job nicht zufrieden, ich möchte mich aber nicht von den Kollegen in meinem Team trennen. 27 %
Der Aufwand einer Bewerbung inklusive Bewerbungsverfahren ist mir zu groß. 18 %
Ich möchte mich der Konkurrenzsituation, die Bewerbungsprozesse bedeuten, nicht aussetzen. 18 %
Ich habe momentan keine Zeit Bewerbungen zu schreiben. 12 %
Ich habe nicht die geforderten Qualifikationen, die für einen Jobwechsel notwendig wären. 12 %
In meiner Stadt/Region gibt es keine anderen interessanten Arbeitgeber. 12 %

Die Umfrage im Auftrag von Robert Half wurde vom Marktforschungsinstitut YouGov im März 2019 unter 251 Arbeitnehmern durchgeführt.