Vorstellungsgespräch: Auffallen um jeden Preis?

07. Juli 2011

Karrieretipps: Die Videoreihe „Don´t let this happen to you“ zeigt, womit sich Bewerber beim Vorstellungsgespräch ins Aus katapultieren

Wer eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhält, hat die erste Hürde auf dem Weg zum Traumjob erfolgreich genommen. Doch noch lange ist die Wunschstelle nicht in trockenen Tüchern. Schließlich gilt es, sein Gegenüber von sich zu überzeugen sowie sich von der Konkurrenz abzuheben. Allerdings heißt das Erfolgsgeheimnis keineswegs „Auffallen um jeden Preis“. Der internationale Personaldienstleister für Fach- und Führungskräfte, Robert Half, zeigt in der Videoreihe „Don’t let this happen to you“, welche Fettnäpfchen beim Vorstellungsgespräch lauern und auf welche gut gemeinten Ratschläge von Freunden man getrost verzichten kann.

Halte Blickkontakt mit deinem Gesprächspartner, verschränke nicht die Arme, stelle die Füße fest auf den Boden, nicke zustimmend – diese und ähnliche Tipps bekommen Jobsuchende, wenn ein Treffen mit dem potenziellen neuen Arbeitgeber ansteht. Prinzipiell sind diese Hinweise richtig, doch tun sich manche Bewerber schwer, bei der Umsetzung das richtige Maß zu finden. Ein Anschauen kann zum Starren werden, ein freundliches Lächeln zum Dauergrinsen. Auch der Trick, die Sitzhaltung des Gegenübers einzunehmen, kann danebengehen. Wenn Bewerber den Bogen überspannen und jede noch so kleine Bewegung des Gesprächspartners imitieren, fühlt dieser sich schnell auf den Arm genommen.

Verpasste Chance durch peinliches Benehmen

Personalverantwortliche erleben jede Menge peinliche Situationen im Umgang mit Bewerbern. Etwa, wenn ein Kandidat mit Begleitperson erscheint und diese die Gesprächsführung übernimmt. Oder wenn der Jobinteressent zwischendurch zum Telefon greift, um seine Familie über den Verlauf des bisherigen Gesprächs zu informieren. Auch das äußere Erscheinungsbild hat Einfluss auf den Gesprächsausgang. Kommt ein Kandidat in unangemessener Kleidung, etwa in Flip Flops, hinterlässt er keinen guten Eindruck beim Personalverantwortlichen. Ein Fauxpas ist es auch, sich negativ über frühere Arbeitgeber zu äußern. Eine weitere Stolperfalle auf dem Weg zum neuen Job ist Arroganz. Wer den Firmensitz des Unternehmens kritisiert oder dazu rät, die Büroräume umzugestalten, macht sich nicht unbedingt Freunde.

Im Vorstellungsgespräch geht es nicht nur um die Qualifikationen des Bewerbers, sondern auch um seine Persönlichkeit“, sagt Darren Payne, Associate Director bei Robert Half International. „Die sozialen Kompetenzen werden geprüft, weil der Kandidat gut ins Team passen und im Umgang mit Kunden seinen Arbeitgeber souverän und kompetent vertreten soll. Eine gewissenhafte Vorbereitung auf das Gespräch ist deswegen absolut notwendig. Damit erspart man sich unnötige Peinlichkeiten. Ganz wichtig: Bewerber sollten authentisch bleiben, nur so wirken sie glaubwürdig. Sich zu verstellen und zu verbiegen, bringt sicher nicht den gewünschten Erfolg.

Die Videoreihe „Don’t let this happen to you“ zeigt, was Bewerber falsch machen können.

So überzeugen Sie im Vorstellungsgespräch

  • Vorbereitung ist alles: Informieren Sie sich im Vorfeld umfassend über das Unternehmen, seine Produkte und Leistungen. Trainieren Sie den Ablauf des Bewerbungsgesprächs. Gehen Sie typische Fragen durch wie „Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?“, „Was sind Ihre Stärken und Schwächen?“, „Warum sollten wir Sie einstellen?“.
  • Selbstpräsentation: Ein gewisses Maß an Nervosität ist völlig in Ordnung. Doch auch bei flatternden Nerven müssen Sie in der Lage sein, Ihren Werdegang souverän zu präsentieren.
  • Kleider machen Leute: Achten Sie auf ein gepflegtes Äußeres. Denn mit einer gezielt ausgewählten, gepflegten Kleidung drücken Sie Verlässlichkeit und Seriosität aus.
  • Die Uhr im Blick: Pünktlichkeit ist beim Vorstellungsgespräch oberstes Gebot. Planen Sie deshalb bei der Anreise großzügige Zeitpuffer ein.
  • Fragen über Fragen: Stellen auch Sie Fragen an den Gesprächspartner: Warum wurde diese Position ausgeschrieben? Was sind die größten Herausforderungen dieses Jobs? Welche wesentlichen Ziele sollten innerhalb des ersten Jahres erreicht werden? Gibt es spezielle Förderprogramme, um Talente weiterzuentwickeln?
  • Klatsch und Tratsch: Negative Äußerungen über den alten Arbeitgeber sind absolut tabu. Betonen Sie, warum das anvisierte Unternehmen für Sie so interessant ist und warum Sie der geeignete Kandidat sind.
  • Ehrlichkeit währt am längsten: Sie wollen unbedingt diese Stelle und würden alles dafür tun, sie auch zu bekommen. Doch Vorsicht! Verstellen Sie sich nicht auf Biegen und Brechen und seien Sie ehrlich!