Wie Arbeitnehmer 2020 mehr Gehalt erzielen

Die günstige Arbeitsmarktsituation in Österreich bringt qualifizierte Arbeitnehmer in eine sehr gute Verhandlungsposition für mehr Gehalt in 2020, die viele nutzen möchten. Schließlich sind die Fachkräfte besonders dann zufrieden, wenn der Job interessante Aufgaben bietet (58%), das Teamwork gut ist (54%) und die Bezahlung stimmt (46%).

Die günstige Arbeitsmarktsituation in Österreich bringt qualifizierte Arbeitnehmer in eine sehr gute Verhandlungsposition für mehr Gehalt in 2020, die viele nutzen möchten. Schließlich sind die Fachkräfte besonders dann zufrieden, wenn der Job interessante Aufgaben bietet (58%), das Teamwork gut ist (54%) und die Bezahlung stimmt (46%). Das zeigt eine Umfrage des Personaldienstleisters Robert Half zur Veröffentlichung seiner aktuellen Gehaltsübersicht 2020. Ein Gehaltsplus erhalten Arbeitnehmer in der Regel jedoch nur, wenn sie sich gut vorbereiten. 

Leistung und Motivation sind wichtigste Gehaltsargumente

„Viele Arbeitnehmer gehen davon aus, dass der Chef genauestens über die Leistung und den eigenen Wert fürs Unternehmen im Bilde ist. Das ist jedoch oft nicht so. Deshalb müssen Sie Ihre Leistung, Erfolge und Motivation in der Gehaltsverhandlung überzeugend darlegen. Machen Sie Ihren beruflichen Mehrwert messbar und nutzen Sie ihn als Argument für die Gehaltserhöhung“, rät Emine Yilmaz, Director bei Robert Half.

„Stellen Sie realistische Gehaltsforderungen. Eine übertriebene Summe wirkt genauso unprofessionell wie eine zu niedrige. Orientieren Sie sich an marktüblichen Gehaltsspannen und beziehen Sie Ihre Erfahrung, Verantwortungsbereich, Branche und Region mit ein.“ 

Richtig reagieren bei Misserfolg 

Trotz überzeugender Argumente kann der Arbeitgeber in manchen Fällen einem geäußerten Gehaltswunsch nicht nachkommen. Das kann verschiedene Gründe haben. In dieser Situation empfiehlt Personalexpertin Yilmaz, besonnen zu handeln und die folgenden fünf Schritte zu befolgen:

  1. Reagieren Sie professionell
    Vermeiden Sie emotionale Ausbrüche und drohen Sie nie mit der Kündigung. Lehnt der Chef das geforderte Gehalt ab, bleiben Sie ruhig – sonst belastet das ihr Verhältnis zum Arbeitgeber möglicherweise zu stark. Üben Sie sich lieber in Geduld und Fingerspitzengefühl. Warten Sie ein paar Wochen ab und vereinbaren Sie einen neuen Termin.
     
  2. Fordern Sie eine Begründung ein 
    Sie sollten eine Absage nie stillschweigend akzeptieren. Fragen Sie nach den Gründen für die Ablehnung der Gehaltserhöhung. Ist diese nicht wirtschaftlich bedingt, sollte überprüft werden, ob die eigene Leistung messbar und sichtbar genug für das Unternehmen ist. Klären Sie in einem offenen Gespräch, welche Erwartungen Ihr Chef an eine Gehaltserhöhung knüpft. 
     
  3. Vereinbaren Sie Ziele 
    Definieren Sie gemeinsam mit Ihrem Vorgesetzten Ziele. Setzen Sie einen zeitlichen Rahmen für das Erreichen dieser Ziele. Klären Sie, welche Aufgaben und Qualifikationen Sie sich aneignen müssen, um eine aus Ihrer Sicht angemessene Gehaltserhöhung zu erhalten. 
     
  4. Prüfen Sie Optionen 
    Mehr Urlaub, flexible Arbeitszeiten oder die Möglichkeit, bei Bedarf im Home Office zu arbeiten, sind möglicherweise Leistungen, die Ihr Arbeitgeber für den Moment leichter anbieten kann. Klopfen Sie daher unbedingt diese Optionen ab. Eine Bezuschussung der Fahrtkosten, der betrieblichen Altersvorsorge oder Gesundheitsförderung spart Ihnen Geld und wirkt wie eine indirekte Gehaltserhöhung.
     
  5. Erwägen Sie einen Jobwechsel 
    In vielen Unternehmen besteht die Möglichkeit, intern zu wechseln. Gibt es einen anderen Verantwortungsbereich oder eine andere Abteilung, in der Sie vielleicht noch wertvoller für das Unternehmen sind und langfristig besser vergütet werden? Gibt es diese Option nicht und bleibt das Gehaltsniveau auf Dauer nicht zufriedenstellend, sollten Sie prüfen, was der Arbeitsmarkt sonst noch zu bieten hat: Beim Jobwechsel sind höhere Gehaltssprünge von bis zu rund 10 % möglich.

 

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Christina Holl
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