Leadership Insights

Mit Flexibilität und Weiterbildung gewinnen Arbeitgeber IT-Fachkräfte

Wie Robert Half Technology in Wien IT-Fachkräfte findet und vermittelt, erzählt Robert Szvetecz, Country Manager bei Robert Half, im Interview.

 


Herr Szvetecz, Österreichs IT-Branche ist ein wichtiger Arbeitgeber. Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Trends momentan?

Szvetecz: Aus meiner Sicht dominieren drei Trends. Erstens, die Digitalisierung hat die ohnehin schon starke Nachfrage nach IT-Fachkräften deutlich erhöht. Das betrifft alle Branchen, unabhängig von der Unternehmensgröße. Selbst Kleinstunternehmen haben heutzutage eine Webseite, die erstellt und gepflegt werden muss. In großen Unternehmen haben heuer vor allem die Themen Security und individuelle Softwarelösungen Priorität. Aber auch in der Webentwicklung, IT-Projektmanagement, Netzwerk- und Systemadministration sowie im IT-Support sehen wir großen Bedarf. Dieser hohen Nachfrage steht leider nur eine begrenzte Anzahl an geeigneten Kandidaten zur Verfügung. Das ist ein großes Problem und hemmt weiteres Unternehmenswachstum.

Zweitens ist der IT-Fachkräftemarkt ein hoch-spezialisierter Markt. Da die IT-Landschaft und –Struktur von Unternehmen zu Unternehmen sehr variiert, werden zumeist Bewerber mit sehr spezifischen Skill-Sets gesucht. Das bringt mich zum dritten Trend. Die Geschwindigkeit, mit der Kandidaten von einem Arbeitgeber zum nächsten wechseln, ist unglaublich schnell geworden. Und die IT-Branche hat einige Eigenheiten, wie etwa einen starken Fokus auf Arbeitszeitflexibilität oder Arbeitskultur. Das müssen Personalentscheider berücksichtigen.

 

Worauf sollten Arbeitgeber bei der Rekrutierung von IT-Fachkräften vor allem achten?

Viele Unternehmen unterschätzen die eben erwähnte Geschwindigkeit, mit der das Recruiting in diesem Bereich abläuft. Oder sie haben ihre Prozesse noch nicht daran angepasst. Bis eine Einladung zum Gesprächstermin ausgesprochen wird, bis intern die Entscheidung gefällt wird und ein Dienstvertrag verschickt wird, vergeht viel zu viel Zeit. Der Kandidat hat in der Zwischenzeit ein anderes Angebot vorliegen und im schlimmsten Falle auch bereits angenommen. Besonders in größeren Unternehmen dauern Prozessveränderungen länger und sollten so schnell wie möglich angestoßen werden.

Nicht zu unterschätzen ist außerdem, dass wir uns hier in einem Kandidatenmarkt bewegen. Die Bewerber haben sehr genaue Vorstellungen davon, was das Unternehmen und der neue Job bieten sollen. Sobald sie ein attraktiveres Angebot bekommen oder ein Unternehmen bereit ist, ihren Wünschen weitgehend entgegenzukommen, entscheiden sie sich sehr schnell. Häufig haben Arbeitgeber diese Schnelligkeit nicht realisiert. Folgend wird es für Sie immer schwieriger, die besten Kandidaten für sich zu gewinnen. Es muss daher noch vielerorts ein Umdenken stattfinden.

 

Was genau erwarten Bewerber im IT-Bereich von Arbeitgebern?

IT-Fachkräfte erwarten in erster Linie ein attraktives Aufgabenfeld. Unternehmen, die neue Technologien einsetzen und mit moderner Arbeitsumgebung und -methoden aufwarten, haben hier einen Vorteil. Genauso verhält es sich mit Möglichkeiten zur Weiterbildung. Die Digitalisierung schreitet so schnell voran, dass ständig neues Know-how erforderlich ist. IT-Profis wissen das genau und legen großen Wert darauf, sich ständig neues Wissen anzueignen. Ein dritter Faktor, den Bewerber ebenfalls immer anfragen, sind flexible Arbeitszeiten. Und nicht zuletzt zählt natürlich auch ein angemessenes Gehalt. Aufgrund des starken Fachkräftemangels steigen die Gehälter für IT-Spezialisten stärker an als für andere Berufsgruppen.

 

Wie unterstützt Robert Half die österreichischen Unternehmen bei der Suche nach IT-Fachkräften?

Wir sind schon seit einigen Jahren in diesem Markt erfolgreich aktiv und haben uns bereits ein solides Netzwerk an qualifizierten Kandidaten aufgebaut. Wir lernen jeden Bewerber in einem persönlichen Gespräch kennen und wissen genau, welche Erwartungshaltung und welches Potenzial in ihm oder ihr steckt. Das lesen Sie nicht im Lebenslauf. Sobald uns ein Kunde mit der Personalsuche beauftragt, können wir also ganz gezielt auf passende Kandidaten zugehen und in kürzester Zeit Vorstellungstermine organisieren. Bei uns steht nicht die softwaregestützte Suche und Auswahl im Vordergrund, sondern der direkte Kontakt, die persönliche Erfahrung und Intuition unserer Berater, gepaart mit einer hohen Geschwindigkeit.

 

Gibt es weitere Vorteile von denen Auftraggeber in der Zusammenarbeit mit Robert Half profitieren?

Entscheidendes Kriterium ist sicherlich die Schnelligkeit, in der wir bereits vorselektierte Bewerber präsentieren können. In der Regel dauert es zwei bis drei Wochen von Auftragsvergabe bis zum Vertragsabschluss. Die negativen Folgen einer unbesetzten Stelle wie Produktivitätsverlust, zusätzliche Belastung und Demotivation bestehender Mitarbeiter werden somit minimiert.

Ein weiterer Pluspunkt ist, dass wir rein erfolgsorientiert arbeiten. Kosten für das Unternehmen fallen erst an, wenn ein geeigneter Kandidat gefunden worden ist. Außerdem schätzen unsere Kunden und Kandidaten unsere Ehrlichkeit. Sind etwa die Prozesse eines Unternehmens nicht optimal auf das Recruiting im IT-Bereich ausgerichtet, geben wir Feedback dazu. Wir sagen rasch Bescheid, wenn schlichtweg kein passender Kandidat am Markt vorhanden ist. Genauso verhalten wir uns auf Bewerberseite und stellen durch den engen Kontakt sicher, dass der Wunschkandidat nicht abspringt wenn er etwas länger auf Feedback warten muss.

 

Wird sich die Situation am Arbeitsmarkt für Fachkräfte in 2018 entspannen?

Das bezweifle ich. Die Digitalisierung durchdringt immer mehr Unternehmensbereiche und wirft komplette Geschäftsmodelle um. Daten werden immer wertvoller und so nimmt die Bedrohung durch Cyberkriminalität immer mehr zu; auch die gesetzlichen Auflagen zum Schutz von (Personen-) Daten werden immer strenger. Die System- und Softwarelandschaften in Unternehmen werden immer komplexer und migrieren in die Cloud. Laut IDC soll mindestens die Hälfte der globalen Wertschöpfung bis 2021 digitalisiert sein. Der Boom und damit der Kampf um die besten IT-Fachkräfte werden uns demnach noch eine Weile beschäftigen.

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